«Sing Street»: Eine Rock’n‘Roll-Lovestory

Um seinen Schwarm Raphina zu beeindrucken, will Conor sie für ein Musikvideo seiner Band casten. Nur blöd, existiert diese Band noch nicht. So lernt Conor also in kurzer Zeit, wie man Songs schreibt und Videos dreht. Unser Film der Woche ist ein Film über Liebe, Musik und das Erwachsenwerden. Toll!

Regisseur John Carney triumphiert nach «Once» mit einem neuem Musikfilm. Auch «Sing Street» spielt wiederum in Irland und brilliert ebenfalls mit Eigenkompositionen.

Sing Street

Bildlegende: Die «Sing Street»-Band STUDIOCANAL

Erwachsenwerden in Irland während den 80er-Jahren war alles andere als ein Spaziergang. Soziale Unruhen auf der Strasse, eine abserbelnde Wirtschaft und auch zu Hause hängt der Familiensegen schief. All dem ausgeliefert ist der junge Conor.

Mit 15 Jahren sollte Conor sich eigentlich nicht mit solchen Problemen rumschlagen müssen. Auf der Flucht vor dem Alltag findet er Ablenkung in der Musik. Aber wenn wir ehrlich sind, dann interessiert sich Conor am Anfang nur wegen seiner Angebeteten Raphina für die Musik. Sein Plan: Er will sie in einem Musikvideo casten. So lernt Conor kurzerhand, wie man Musik schreibt und dreht auch die dazugehörenden Musikvideos. Und ganz nebenbei wird er mit Hilfe der Musik auch noch erwachsen.

Eine Reise durch die 80er

Mit «Sing Street» begibt man sich als Zuschauer auf eine Reise. Einerseits auf eine Reise in eine Zeit, in welcher man die Herzensdame mit einer eigenen Band beeindrucken konnte und andererseits in eine Welt, wo die Musik alles bedeutete.

Conor und seine Bandkollegen fiebern ihren Idolen nach. Die Jungs verwandeln sich mit jedem Hitparaden-Sonntag aufs Neue: Zuerst gekleidet wie Duran Duran, dann wie The Jam. Und ein bisschen wie The Cure sein gehört natürlich auch dazu. In diesem ganzen Prozess macht auch die Musik ihrer Band jedes Mal eine Veränderung mit. Etwas bleibt aber immer gleich: die Musik und Songtexte sprechen immer direkt aus der Seele.

Musikalisches Highlight

Natürlich sind diese grossen musikalischen Vorbilder auch auf dem Soundtrack des Filmes vertreten. Die wirklichen Musikhighlights in «Sing Street» sind aber die vom Regisseur selber komponierten Songs zur fiktiven Band «Sing Street».

Sing Street

Bildlegende: «Sing Street», hier mit leicht anderen Outfits. STUDIOCANAL

Regisseur John Carney war früher selber Bassist der irischen Band The Frames. Es überrascht deshalb nicht, dass der er in seinen Filmen immer wieder zu musikalischen Themen findet.

«Sing Street» ist ein absoluter Herzensbrecher von einem Film. Die Coming-of-Age Story berührt, die Figuren sind authentisch und die Musik reisst einen sofort mit. John Carney trifft mit seinem neuen Film direkt ins Schwarze. Den ein oder anderen etwas kitschigeren Moment und dass die Schülerband «Sing Street» besser klingt, als so manche richtige Band mit Plattenvertrag, stört bei diesem Gesamtpaket schlussendlich überhaupt nicht.

«Sing Street» ein fantastischer Film und ein absolutes Must-See! 4.5 von 5 Punkten.