Entdeckung der Woche: Kytes aus München mit feinstem Indiepop

Kytes, ohne «The». Vier junge Herren aus München sind mit ihrer Debut EP «On the Run» on the run, mit 20 Konzerten durch die Schweiz, Österreich und Deutschland. Der Tourauftakt fand in Zürich statt, bei der Gelegenheit statteten uns die perma-grinsenden Münchner eine Visite ab.

München ist gar nicht scheisse.

Meint Sänger Michi jedenfalls, das Vorurteil dass dort «nur Spiesser wohnen, man ned gscheit feiern kann und keine coolen Leute findet» sei weit verbreitet. Meist allerdings von Leuten, die noch nie in München waren – und eben, coole Leute findet man halt auch erst wenn man in den entsprechenden Ecken verkehrt. «Es gibt genauso viele coole Leute wie in Berlin, nur wenn ihr die nicht findet sind ja nicht wir Münchner schuld.» Das Ganze mit einem pointierten Mittelfinger beendet – sehr schön. Solch representiges Verhalten sind wir normal von Rappern gewöhnt. Ahhhh. Tut gut.

Kytes, beweist euch!

Die grossen Klappen der vier sympathischen Jungs waren eine Wohltat – und berechtigt. Denn die Musik von Kytes spricht für sich. Indie-Rock-Pop, oder so, egal – DOPE. Findet auch Danias Dietziker, nebst dem Redaktorendasein auch Musiker:

«Wenn man so cleanen Sound wie Kytes macht, also ohne Gitarren-Verzerrung und mit E-Drum, muss man sehr genau und tight spielen, sonst hört man jeden «Hick», denn man kann sich hinter nix verstecken. Und trotz Druck mit zwei Filmteams um sie herum und Live-Situation im Radio haben die Jungs eiskalt abgeliefert. Ich muss schon sagen: Respekt! Die haben was drauf.»

Das Konzert in der Bar Rossi bestätigte diesen Eindruck dann nochmal. Sänger Michi riss Witze, ging steil wie blöd und liess sich von der geringen Zuschauerzahl (Newcomer, Dienstag… schwierig) null entmutigen. Ein Schönheitsfehlerli oder zwei (es waren wirklich nur zwei, und ich bin da mega penibel) waren mehr -flecken als -fehler. Stimmung war super, keine Spur von diesem klassichen «der Klub ist halbleer und jetzt sind wir alle super verhalten» - sogar ich hab bitzeli «getanzt».

Mit Fernsehteam unterwegs

Begleitet wurde die junge Band aus München von der Startrampe (eine Art Förderprogramm für junge Bands des Bayrischen Fernsehens, in Form eines Musikmagazins. Drei Bands werden drei Monate lang mit Kamerateam begleitet und vorgestellt) – das heisst bei uns standen nebst den Musikern noch Produzenten, Moderatoren und eben, einige Kameramänner im Studio. Kuschlig wars, guckst du oben.