Tee «essen» wie die Chinesen

Keine Lust auf Alkohol zum Essen, aber Wasser ist zu langweilig? Vielleicht ist Tee eine Variante. Aber auf die chinesische Art: nicht als Durstlöscher, sondern bewusst getrunken, als Teil des Gerichts oder sogar als Zwischengang. Denn Tee «isst» man.

Tee zum Dessert trinken.
Bildlegende: Ein leichter Grüntee mit Jasmin beduftet passt gut zu Desserts. zVg Länggass-Tee

Katrin Lange mag auch Kräuter- und Früchtetees. «Aber ganz ehrlich: Der richtige Tee wird aus Pflanzenteilen der Teepflanze zubereitet», sagt sie. Katrin Lange ist eine leidenschaftliche Teetrinkerin und Gründerin des Länggass-Tee-Ladens in Bern.

Tee wie Wein

Tee ist nicht gleich Tee, auch sprachlich nicht. Im Gegensatz zu uns Schweizern unterscheiden zum Beispiel die Franzosen zwischen «thé» aus der Teepflanze und «tisane» oder «infusion» aus Kräutern, Früchten oder Blumen.

Katrin Lange spricht über Tee wie andere über Wein. Und tatsächlich sind die Parallelen offensichtlich: Tee zum Essen wird degustiert, bewusst aus kleinen Gefässen getrunken und passend zum Gericht ausgesucht. Tee ist wie der Wein ein veredeltes Produkt und verändert sich je nachdem, wo die Pflanze gewachsen ist. Und wie Weine gibt es auch Tees in allen Preisklassen.

Tee als Erlebnis

«Ein Pu-Erh-Tee geht sehr gut zu verschiedenen Käsegerichten, mit Jasmin bedufteter Grüntee passt zu Desserts oder ein klassischer Grüntee zu Reisgerichten wie Sushi», schwärmt Katrin Lange. «Aber wie beim Wein sind die Kombinationen Geschmackssache.»

Ein paar Teekenner-Tipps:

  • Guter Tee wird in kleinen Mengen getrunken, schluckweise, bewusst, nicht nebenbei (wie Wein).
  • Warum nicht einen Tee als Zwischengang in ein Menu einschieben? Im Winter Schwarztee, im Sommer Grüntee, beide regen Körper und Geist an. Als einzige Regel gilt: Die Qualität des Gerichts muss mit der Qualität des Tees übereinstimmen.
  • Wer Tee zu einem Essen kombiniert, kann geschmackliche Gegensätze ausprobieren. Unpassend ist jedoch ein leichter Tee (Grüntee) zu einem schweren Gericht, da geht der Tee unter.
  • Die Zubereitung ist wichtig und einfacher als man denkt: Ein passendes Gefäss, die Ziehzeit einhalten und die Teeblätter frei schwimmen lassen. Infos bekommen Sie im Fachhandel.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Brigitte Wenger