Der Wunsch nach einer Auszeit: in der Arbeit und in der Ehe

Für viele Menschen ist Ferienzeit die schönste Zeit. Doch manche kommen auch ins Grübeln und denken nach über ihre Arbeit oder ihre Ehe. Und realisieren: Da stimmt etwas überhaupt nicht mehr. Lisa Owens beschreibt in «Abwesenheitsnotiz» eine junge Frau, die freiwillig ihren Job kündigt. Und Mireille Zindel porträtiert in «Kreuzfahrt» eine Frau, die sich eine Auszeit von der Ehe nimmt.

Beiträge

  • Gilt als interessanteste junge Stimme Englands: Lisa Owens (Bild: Alexander James)

    Endlich raus aus dem Hamsterrad

    In ihrem Erstling «Abwesenheitsnotiz» erzählt die junge britische Autorin Lisa Owens von einer Frau, die nach einer sinnvollen Arbeit sucht. Nur: Sie hat keine Ahnung, was das sein könnte. Je länger die Auszeit dauert, desto ungehaltener reagieren Freunde und Familie.

    Die Auszeit entwickelt sich zur Sinnkrise, und der Autorin gelingt es, leichtfüssig und gleichzeitig tiefsinnig darüber zu schreiben.

    Buchhinweis: Lisa Owens. Abwesenheitsnotiz. Piper, 2016.

    Sandra Leis

  • Heute soll die Arbeit auch Freude machen... (Bild: Pixelio/Uwe Schlick)

    Heute soll die Arbeit auch Freude machen und Sinn stiften

    Theo Wehner, emeritierter Arbeitspsychologe der ETH Zürich, hat den Roman «Abwesenheitsnotiz» von Lisa Owens gelesen. Er sagt: «Es hat lange gereicht, in der Arbeit ein Einkommen zu haben. Dann kam hinzu, dass man auch zufrieden sein wollte.»

    Das sei ein berechtigter Anspruch, doch es gebe zu wenige attraktive Jobs. Im Gespräch erklärt er auch, warum Freunde und Familie harsch reagieren, wenn jemand sich eine Auszeit nimmt.

    Sandra Leis

  • Mireille Zindel lebt und arbeitet in Zürich (Bild: Maurice Haas)

    Wenn die Liebe nachlässt

    Im Roman «Kreuzfahrt» der Zürcher Autorin Mireille Zindel gönnt sich eine 40-jährige Frau eine Auszeit von ihrer Ehe. Sie fühlt sich überfordert und eingeengt und verliebt sich in den Ferien in einen anderen Mann.

    Ob diese Liebe real ist oder sich nur im Kopf der Protagonistin Meret abspielt, ist bei der Lektüre nie ganz klar. Letztlich ist es einerlei: Denn für Meret ist die Geschichte wahr. Sie schreibt sie in einem langen Brief auf – einem Brief, der die Liebe weiterleben lässt und ihr ein würdiges Denkmal setzt.

    Buchhinweis: Mireille Zindel. Kreuzfahrt. Kein & Aber, 2016.

    Sandra Leis