Die Entschlüsselung der Vergangenheit

Zwei Romane, zwei Autoren, zwei packende Zeitreisen in vergangene Epochen: Die Deutsche Natascha Wodin und der Flame Stefan Hertmans schildern in ihren neuen Büchern Spurensuchen, die in beiden Fällen in die dunkle Vergangenheit führen - einmal in die Zeit der Nazis, das andere Mal ins Zeitalter der Kreuzzüge.

Beiträge

  • Die Leipziger Buchpreisträgerin 2017, Natascha Wodin (Bild: Susanne Schleyer/autorenarchiv.de)

    Natascha Wodin: «Sie kam aus Mariupol»

    Natascha Wodin wusste Zeit ihres Lebens praktisch nichts über ihre Mutter. Sie beging Suizid, als die Autorin noch ein kleines Mädchen war.

    In ihrem aktuellen Roman schildert Natascha Wodin, wie sie Jahrzehnte später das Leben ihrer Mutter erforscht und dabei deren tragisches Los freilegt: Sie stammte aus der Sowjetunion, erlebte den stalinistischen Terror und wurde im Krieg von den Nazis versklavt.

    Buchhinweis: Natascha Wodin. Sie kam aus Mariupol. Rowohlt 2017.

    Felix Münger

  • Stefan Hertmans zählt zu den wichtigsten niederländischsprachigen Autoren (Bild: Michiel Hendryckx)

    Stefan Hertmans: «Die Fremde»

    Ein Dokument aus dem 11. Jahrhundert ist der Ausgangspunkt zu Stefan Hertmans Roman-Recherche: Es erwähnt eine junge Frau, die in die Wirren der damaligen Zeit geriet – Kreuzzüge, religiöser Wahn, Vertreibungen, Gewalt.

    Schicht um Schicht legt der Autor eine mittelalterliche Lebensgeschichte frei, die in Vielem beklemmend aktuell ist.

    Buchhinweis: Stefan Hertmans. Die Fremde. Hanser Berlin, 2017.

    Felix Münger