Ein Leben nach Mass

Alles fliesst. Das wussten schon die alten Griechen. Dass davon auch feste Grössen wie Kilos oder Meter betroffen sind, ist ein neues Phänomen. Hans Maarten van den Brink lässt seine Geschichte dazu im Eichamt spielen und zeigt Menschen zwischen Prinzipientreue und Flexibilität.

Früher war alles klar: Ein Meter war ein Meter.
Bildlegende: Früher war alles klar: Ein Meter war ein Meter. Pixelio

Früher war alles klar. Ein Meter war ein Meter, ein Kilo war ein Kilo. Dass das so blieb, überwachte eine Behörde. In Holland war es das Eichamt, das seine Beamten losschickte, um sicherzustellen, dass im ganzen Land die Waagen stimmten und die Gewichte auch.

Heute ist alles anders

Die Waagen sind mitsamt den dazugehörigen Händlern und Tante Emma-Läden verschwunden. Das Eichamt ist privatisiert und soar der Urmeter in Paris ist ein ganz klein wenig zu kurz.


Alles kein Problem, wäre da nicht Karl Dijk, ein langjähriger Mitarbeiter des ehemaligen Eichamtes, der kurz vor der Rente steht und sich weigert, von seinen Prinzipien abzuweichen.


Der holländische Schriftsteller und Journalist Hans Maarten van den Brink spielt anhand von Karl Dijk den aktuellen Zeiten- und Wertewandel durch und stellt sich die Frage, was wir dabei gewinnen und was wir verlieren.

Buchhinweis: Hans Maarten van den Brink. Ein Leben nach Mass. Hanser, 2018.

Autor/in: Michael Luisier