Karl Ove Knausgard: Der Star aus dem Norden

Der norwegische Schriftsteller Karl Ove Knausgard sorgt mit seiner sechsbändigen Autobiographie «Min kamp» weit über Skandinavien hinaus für Furore. Auf Tausenden von Seiten entblösst er ohne Tabus sein Innenleben - und entwickelt dabei eine Sogwirkung, der sich Leserinnen und Leser kaum entziehen können.

Beiträge

  • Der 5. Band heisst "Träumen" (Coverausschnitt)

    Entweder Schriftsteller oder nichts!

    Nach «Sterben», «Lieben», «Spielen» und «Leben» liegt nun Band fünf auf Deutsch vor. In «Träumen» schildert Knausgard jene Zeit, als er als junger Mann in der norwegischen Stadt Bergen lebt und davon besessen ist, Schriftsteller zu werden.

    Schonungslos beschreibt er die Niederlagen, die ihn regelmässig demütigen. Ebenso offen erzählt er von seinen Alkohol-Exzessen und sexuellen Ausschweifungen und der jeweils darauf folgenden Selbstverachtung.

    Buchhinweis: Karl Ove Knausgard. Träumen. Luchterhand, 2015. (Die Titel der ersten vier Bände lauten: Sterben, Lieben, Spielen, Leben)

    Felix Münger

  • Knausgard gilt als wichtigster Autor der Gegenwart (Bild: Keystone)

    «Was ich schreibe ist nicht wahr, bloss ehrlich.»

    Der 1968 geborene Karl Ove Knausgard scheint mit verblüffender Detailtreue alles zu schildern, was er erlebt hat von seinen Gefühlen fürs andere Geschlecht bis hin zu Banalitäten wie dem Kauf einer Schallplatte.

    Dabei entblösst er nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Dies hat ihm von Betroffenen Kritik eingebracht. Im Interview mit dem «Buchzeichen» sagt der Erfolgsautor, dass er nicht behaupte, die Wahrheit zu schreiben, sondern seine Sicht der Dinge. Und die gehöre ihm.

    Felix Münger

  • Karl Ove Knausgard sorgt in Skandinavien für Furore (Bild: Keystone)

    Der Erfolgsautor

    Knausgards Erfolg kommt nicht von ungefähr: Mit seiner ganz auf sich selbst fixierten Schreibe trifft er den Nerv der Zeit, in welcher der Kult um das Ego und das Selfie Urstände feiert.

    Ganz besonders Furore macht Knausgard in Skandinavien. Der Autor bilde eben gekonnt den dortigen konfliktträchtigen Wandel von einer agrarischen Gesellschaft zu einer vom Feminismus geprägten modernen Welt ab, sagt SRF-Nordeuropakorrespondent Bruno Kaufmann.

    Felix Münger