Chris Fankhauser: «Schweizer sind in Deutschland ‹Edelausländer›»

Alles ging ganz schnell: Der Schweizer Chris Fankhauser (49) hatte die Idee, zusammen mit seinem Partner einen Schweizerladen in Berlin zu eröffnen. Schon drei Monate später verkaufte er die ersten Schweizer Produkte.

Chris Fankhauser und Matthias Kaiser in ihrem Lädeli in Berlin
Bildlegende: Chris Fankhauser und Matthais Kaiser in ihrem Lädeli in Berlin ZVG

Chris Fankhauser hat sich in Berlin verliebt. Kurz nach der Wende besuchte er zum ersten Mal die Grossstadt. «Die Geschichte der Stadt hat mich von Anfang an fasziniert», erzählt Fankhauser. «Jedes Mal als ich danach Berlin besuchte, war die Stadt wieder anders. Die Wende hat sie total verändert.»

Aber dass er eines Tages seinen Job als Geschäftsführer des Detailhändlers «City Disc» an den Nagel hängt, war ihm damals noch nicht bewusst. Im Jahr 2008 war für Chris Fankhauser die Zeit gekommen, sein Leben neu aufzugleisen. «Ich kündigte und nahm eine Auszeit. Dann kam mir dieses Berlin wieder in den Sinn.» Nochmals besuchte er Berlin, und merkte, dass es nirgends ein Schweizer Laden gab mit Schweizer Produkten.

Die Idee kam ihm mit seinem Partner am Kaffeetisch 

Drei Monate später hatte er den Ladenschlüssel in der Hand. «Ich sagte meinem Partner, läck, sind mir nid ganz dicht?». Das war vor vier Jahren. Seit zweieinhalb Jahren lebt Chris Fankhauser fest in Berlin.

Jedes Jahr am 1. August organisiert er in seiner Strasse eine 1. August-Feier. Bis zu 3500 Leute besuchen seine Strassenparty mit Grill, Fondue und Würstli. «Alles Schweizer Produkte, natürlich!» sagt Chris Fankhauser. Eine Strassenparty, die vor vier Jahren eigentlich als «kleines Festli» begann, und von der Schweizer Botschaft in Berlin entdeckt wurde. Kurz darauf kamen rund 1000 Leute.

Vermisst er die Schweiz? «Naja. Diese schweizerischen diplomatischen Konsense bei Konflikten vermisse ich nicht. Hier in Berlin ist man direkter. Berliner Schnauze halt. Hingegen vermisse ich den Zürisee. Und die Berge.»

Gespielte Musik

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Rouven Born