Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op.47

Über die fünfte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch gibt's viele Spekulationen: Ist sie eine Anpassung ans System oder eben gerade das Gegenteil eine zynische Antwort darauf?

Porträt von Dmitri Schostakowitsch
Bildlegende: «Was in der Fünften vorgeht, sollte meiner Meinung nach jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen.» Wikimedia

1937 wurde sie uraufgeführt, unter grossem Jubel des Publikums. Und auch die Parteiführung nahm es wohlwollend auf, das neue Opus von Schostakowitsch. Schostakowitsch war also rehabilitiert nach dem vernichtenden Artikel in der «Prawda» über seine Oper «Lady Macbeth von Mzenzk».

Die Frage ist nur, ob man damals genau hingehört hat. Ob man tatsächlich überhört hat, dass der Schluss dieser 5. Sinfonie kein Triumphmarsch, sondern ein Todesmarsch ist: «Was in der Fünften vorgeht, sollte meiner Meinung nach jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen». So sagt Schostakowitsch später.

Annelis Berger diskutiert in der Diskothek fünf Aufnahmen dieses Werkes mit ihren Gästen, der Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer und dem Musikdramaturgen Hans-Georg Hofmann.

(Erstausstrahlung: 17.02.14)

Autor/in: Annelis Berger