Blackout: Ohne Strom keine Nahrung?

Am 2. Januar wird die Welt dunkel. Zumindest im Schweizer Fernsehen. Der Themenschwerpunkt «Blackout» zeigt die Schweiz mehrere Tage ohne Strom. Der «Doppelpunkt» will schon heute wissen, was in einem solchen Fall mit unseren Nahrungsmitteln passieren würde.

Bauer Ruedi Bigler mit einem seiner Ferkel
Bildlegende: Ruedi Bigler's Ferkel brauchen 30 Grad SRF

Blackout. Europa geht das Licht aus – und zwar für mehrere Tage. Sofort sind fast sämtliche Lebensbereiche betroffen oder gar lahmgelegt: Verkehrs – und Kommunikationsnetzte brechen zusammen, Lifte und S-Bahnen bleiben stehen, Heizungen und Lüftungen funktionieren nicht mehr. Ein Katastrophenszenario, welches hoffentlich nie eintreten wird, mit welchem Krisenstäbe aber rechnen müssen, um einigermassen gewappnet zu sein. Das Schweizer Fernsehen zeigt am 2. Januar ein solches Szenario in einem fiktivem Dokumentarfilm und Studiodiskussionen. «Das Ziel ist nicht Angstmacherei, sondern vielmehr dass wir uns bewusst werden, wie viele Lebensbereiche wie sehr vom Strom abhängig sind» sagt Projektleiterin Nathalie Rufer. «Nur wenige sind für einen längeren Zeitraum als ein paar Stunden gewappnet».

«Wir könnten keine Kuh mehr von Hand melken»


Die Sendung «Doppelpunkt» zeigt auf, was bei einem grossflächigen Stromausfall mit der Lebensmittelversorgung passieren könnte. Auf dem hochautomatisierten Hof von Bauer Rudolf Bigler fliesst in jedem Ecken Strom: Vom Melkroboter über die Lüftungsanlage im Schweinestall, über den Mistschaber oder den Futterroboter, der täglich 10 Futtermischungen vor den 120 Kühen verteilt. «Ein Stromausfall wäre eine Katastrophe», sagt Bigler. Seine Ferkel brauchen ein geheiztes Nest, die Kühe könnten unmöglich von Hand gemolken, das Futtersilo nicht mehr geöffnet werden. Wie gewappnet ist die Landwirtschaft? Wer verfügt über Notstromaggregate? Und muss man sich überhaupt solche Gedanken machen?

«Der Einzelne muss sich um sich selbst kümmern»


Auch der Detailhandel wäre schwer betroffen. «Der Notstrom reicht für die sichere Evakuierung der Kunden, danach ist ziemlich schnell Schluss», sagt Markus Kessler, Leiter Krisenstab der Migros. Damit Kassensysteme, Schiebetüren, die Zahlung mit Bargeld oder die Anlieferung der Produkte noch funktionieren würden, bräuchte es riesige Investitionen. Eine langfristige Versorgung könnte der Detailhandel nicht gewährleisten, man würde aber wohl versuchen, einige Filialen für die Kunden zu öffnen. Die Liste der offenen Fragen ist noch gross. «Aber man ist daran, Lösungen zu suchen», sagt Markus Kessler. Am Schluss muss jedoch jeder Einzelne auch für sich selbst sorgen. «Das steht auch so in der Bundesverfassung», sagt Stefan Brem von Bundesamt für Bevölkerungsschutz. «Vor allem schützen kann man sich nicht, das würde auch der Steuerzahler nicht goutieren».

Redaktion: Patricia Banzer