Kinderschutz in Nepal – nach den Erdbeben erst recht

Nach dem Erdbeben in Nepal sei dem Kinderschutz zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, sagt Kiran Rupakhetee, Sekretär im nepalesischen Ministerium für Frauen, Kinder und Gesundheitsförderung. Es sei wichtig, dass Kinder nach einer Katastrophe besonders geschützt würden.

Jugendlicher blickt auf die Stadt.
Bildlegende: Gefährdet: Nach den Erdbeben in Nepal hätten Kinder und Jugendliche besonderen Schutz gebraucht. Terre des Hommes/Sajana Shrestha

Ein Beispiel für die schwierige Situation der Kinder in Nepal ist die Geschichte des 17-jährigen Astha: Sein Geschäft, eine kleine Hühnerfarm, wurde beim Beben zerstört. Verzweifelt wie er war, wollte er sich wieder prostituieren, wie er es die Jahre zuvor getan hatte. Dank der Unterstützung einer Organisation, die die sexuelle Ausbeutung von Kindern bekämpft, fasste er neuen Mut.

Astha ist nur ein Beispiel dafür, wie Kinder und Jugendliche nach einer Naturkatastrophe aus dem Gleichgewicht kommen. Kinder werden geschlagen, weil die Eltern überfordert sind mit der Situation. Sie haben keine Tagesstruktur, weil die Schule geschlossen bleibt oder sie werden zur Arbeit gezwungen, weil sonst die Familie finanziell nicht überleben kann.

Der «Doppelpunkt» zeigt, wie riesig die Herausforderung im Bereich Kinderschutz für die nepalesische Regierung war und immer noch ist. Und wie Nichtregierungs-Organisationen Hand in Hand mit dem Staat einen wertvollen Beitrag zum Kinderschutz leisten können.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Ladina Spiess