Schlaflos – vom Nutzen der nächtlichen Stunden

Zweifellos steht fest: Wer nicht schlafen kann, leidet häufig. Schlaflosigkeit ist nicht erstrebenswert. Doch es gibt auch Profiteure der Nacht, Liebhaber der dunklen Stunden. Menschen, die die nächtliche Wachheit ausnützen und geniessen. Wer sind diese Menschen?

Nachthimmel mit Halbmond und Wolken
Bildlegende: In der Nacht werden viele Menschen kreativ Colourbox

Gewisse Menschen arrangieren sich mit ihrer Schlaflosigkeit, beginnen in der Nacht Tätigkeiten zu finden, die sie beruhigen oder erfüllen. Viele werden kreativ, entdecken Talente, die zu Tageszeiten nicht zum Vorschein kommen. Andere haben natürlicherweise einen nach hinten verschobenen Schlafrhythmus: Die sogenannten Eulen. «Wenn sie es schaffen, eine Tätigkeit zu finden, die ihrem Rhythmus entspricht, ist das überhaupt nichts Schlimmes», sagt Schlafmediziner Johannes Mathis vom Inselspital Bern. «In der Ruhe der Nacht können die Hirnareale viel freier miteinander kommunizieren, die Leute werden häufig kreativer».

Nicht umsonst entsteht viel Literatur und Musik in der Nacht. Wenn der Druck des durchstrukturierten Tages wegfällt, beflügelt das Gefühl von «Open End» die Gedanken und macht häufig Platz für hoffnungsvolle Ideen und kühne Pläne, fürs Ausprobieren und Erforschen.

Sie Sendung Doppelpunkt spricht mit Literaturwissenschaftler Manuel Koch, der literarische Texte zum Thema Schlaflosigkeit aus allen Epochen gesammelt und veröffentlicht hat, befragt einen Schlafmediziner zu den unterschiedlichen Schlafgewohnheiten der Menschen und heftet sich an die Fersen verschiedener Eulen unserer Gesellschaft.

Redaktion: Patricia Banzer