Unter dem Radar: Sans-Papiers-Kinder in der Schweiz

In den Schweizer Klassenzimmern sitzen Kinder, von denen das Migrationsamt nichts weiss. Es sind Sans-Papiers, die illegal in unserem Land leben. Der Bund schätzt ihre Zahl auf rund 9000, wie viele es genau sind, weiss aber niemand. Im «Doppelpunkt» erzählen sie aus ihrem Leben.

Kind guckt von Spielturm.
Bildlegende: Kinder die illegal in der Schweiz aufwachsen fallen nicht auf. Unsplash/ Harris Ananiadis

Im «Doppelpunkt» erzählt ein 9-jähriger Junge, wie er seit einigen Jahren in der Schweiz lebt. Aufgewachsen ist er in Italien, seine Eltern kommen aus Ecuador. Dorthin, so fürchtet er, würde zumindest sein Vater abgeschoben, sollte jemand merken, dass sie hier sind.

Schule ja, Lehre nein

In die Schule dürfen Sans-Papiers-Kinder gehen. Das Recht auf Bildung gilt für alle, so lautet der Grundsatz. Doch wenn es an die Ausbildung geht, wird es schwierig. Dies hat auch Gracia erfahren, die 19-Jährige aus dem Kongo lebte mehrere Jahre illegal in der Schweiz.

Sie erzählt von ihrer Teenagerzeit zwischen guten Noten, Zukunftsträumen und der drohenden Abschiebung. In der Zwischenzeit hat sie eine Bewilligung für die Dauer ihrer Lehre.

Keine Ahnung, dass sie illegal in der Schweiz lebt, hat die Tochter einer 38-jährigen Frau aus Südamerika. So könne das Kind unbeschwert aufwachsen und verplappere sich auch nicht, so die Mutter.

Redaktion: Barbara Meyer