Warten bestimmt unser Leben: Wie gehen wir damit um?

Effizienz ist das Mantra unserer Zeit. Zeit ist Geld, Warten bedeutet Verlust. Der nervende Zeitfresser kann aber auch eine geschenkte Ruheinsel sein. Die Menschen gehen mit dem Warten ganz unterschiedlich um. Der «Doppelpunkt» hat nur darauf gewartet, sich mit dem Thema zu befassen.

Menschen stehen in der Schlange.
Bildlegende: Warten ist gefühlte Zeit und eine tägliche Geduldsprobe. Keystone

Warten als roter Faden im Leben

Viele Menschen warten nicht gerne: aufs Tram, in der Warteschlange, im Stau, im Wartezimmer beim Arzt, in der Telefonwarteschlange, am Computer. Es gelingt nur den Wenigsten, Wartezeit als eine geschenkte Zeit, als Pause im gehetzten Alltag zu leben. Sinnvolles Warten ist eine Kunst. Auf jeden Fall ist das Warten aber unser ständiger Begleiter im Leben.

Warten, Zuwarten, Abwarten, Erwarten

Beim Warten ist man auf sich selber zurückgeworfen. Das Zeitempfinden ist gefühlte Zeit, nicht objektiv messbare Uhrzeit. Viele Menschen lenken sich deshalb beim Warten ab, weil sie es anders nicht aushalten. Die meisten starren auf ihr Smartphone. Andere lesen Zeitungen.

Alte Menschen haben Zeit, Ablenkung ist nicht mehr permanent gegeben. Sie warten nicht mehr auf grosse Ereignisse und Veränderungen. Manche warten auf ein baldiges Ende, auf den Tod.

Warten eliminieren

In der Deutschschweiz gilt Pünktlichkeit viel. Warten lassen ist unhöflich und ein Affront gegenüber dem Wartenden. Im «Doppelpunkt» zeigt ein Verhaltenstrainer, welche Regeln gelten.
In der Geschäftswelt bedeutet Warten Verlust. Logistikfirmen helfen der Industrie, ihre Produkte mit möglichst wenig Zeitverlust von A nach B zu bringen. Eine Reportage schaut hinter die Kulissen.

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Jürg Oehninger