Zoo der Zukunft – weniger Tiere, mehr Artenschutz

Wird es in zehn oder 20 Jahren den Zoo noch geben? Oder ist der Zoo mit all seinen wilden Tieren ein Auslaufmodell? Zoobetreiber und viele Zookritiker sind sie einig: Der Zoo der Zukunft darf nicht mehr der Zoo von heute sein. Er muss sich verändern.

Flamingos im Zoo Zürich harren im Schnee aus.
Bildlegende: In Zukunft wird es in den Zoos weniger Tiere geben. SRF

In der Sendung «Doppelpunkt» zeigen wir am Beispiel des Zoo Zürich, wie der Zoo bereits im Umbruch ist. Hier wurden zwei Drittel der alten Anlagen für Millionen von Franken bereits erneuert. Tiere, die in der freien Wildbahn zusammenleben, werden in Zukunft auch im Zoo Zürich artgerecht und mit viel Platz zusammen gehalten. Allgemein wird es weniger Tiere im Zoo geben und der Zoo wird je länger je mehr zum Artenschutzzentrum.

«Unsere menschliche Einstellung zum Tier hat sich massiv verändert», sagt der Zürcher Zoo Direktor Alex Rübel. «Was in den 1950-er Jahren als normal schien, nämlich Tiere in engen Käfigen zu halten, ist heute gar nicht mehr vorstellbar».

Der Zoologe und Kurator Robert Zingg blickt noch deutlicher in die Zukunft: «Wir wollen zu einem Natur- und Artenschutzzentrum werden. Nicht mehr das Tier steht im Vordergrund, sondern der Lebensraum, in dem sich das Tier in der freien Wildbahn bewegt. Dieser bedrohte Lebensraum wollen wir unseren Besuchern vor Augen halten».

Braucht es dann überhaupt noch Tiere im Zoo?
«Ja!», sagt der Zürcher Zoo Direktor Alex Rübel in der Sendung «Doppelpunkt». «Wir brauchen die Nähe zum Tier. Wenn wir die Beziehung zum Tier verlieren, dann werden wir die Tierwelt ganz verlieren».

Die Sendung blickt einen Tag lang hinter die Kulissen des Zoo Zürich und zeigt auf, welche Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: Sirio Flückiger