Nationalbank senkt Leitzins massiv

  • Donnerstag, 20. November 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 20. November 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 20. November 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Die Schweizer Nationalbank greift im Kampf gegen die Wirtschaftskrise zu einem drastischen Mittel und senkt den Leitzins um einen vollen Prozentpunkt.

Weitere Themen:

Island erhält Milliardenkredite als Schutz gegen den Staatsbankrott.

Die Schweiz beteiligt sich an einem einheitlichen europäischen Luftraum.

In Deutschland soll der rechtsextremen Partei NPD der Geldhahn zugedreht werden.

Beiträge

  • SNB-Präsident Jean-Pierre Roth.

    Nationalbank überrascht mit Zinssenkung

    Die Schweizerische Nationalbank greift im Kampf gegen die Wirtschaftskrise zu einem drastischen Mittel und senkt den Leitzins um einen vollen Prozentpunkt. Das Ausmass der Leitzinssenkung überrascht.

    Historische Leitzinssenkung
    Die Schweizerische Nationalbank (SNB) senkt zum dritten Mal innerhalb von sechs Wochen den Leitzins. Die Zinsreduktion fällt unüblich hoch aus, von zwei auf noch ein Prozent. Das ist der tiefste Stand seit drei Jahren.

    Sorge um Konjunktur Die Nationalbank will mit ihrer Massnahme auf die schlechter gewordenen Konjunkturaussichten reagieren. Dies aus guter Position und ohne auf andere zu warten. Sorge bereite vor allem die Exportindustrie.

    Eveline Kobler und Markus Mugglin

  • Kredite für Island gegen den Staatsbankrott.

    Island erhält Milliardenhilfe

    Island erhält internationale Finanzhilfen über insgesamt 10,2 Milliarden Dollar. Island steht wegen der Finanzkrise kurz vor dem Staatsbankrott.

    IWF gewährt 2,1-Milliarden-Kredit

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) greift dem Staat Island mit einem Kredit von über 2,1 Milliarden Dollar unter die Arme. Der Kredit wird laut dem IWF in mehreren Tranchen über zwei Jahre zur Verfügung gestellt. Die Bankenkrise in Island sei von aussergewöhnlichem Ausmass, so die Begründung.

    Nordeuropäer helfen mit Krediten

    Vier nordeuropäische Nachbarländer stellen mit 2,5 Milliarden Dollar rund ein Viertel des Pakets zur Verfügung. Ausserdem wollen die Regierungen Grossbritanniens und der Niederlande Hilfen bereitstellen, die ausschliesslich für Kunden zusammengebrochener isländischer Banken aus beiden Ländern bestimmt sind.

    Bruno Kaufmann

  • Der Agrarfeihandel macht den Schweizer Bauern Angst.

    Bauern wollen nichts von Agrarfreihandel wissen

    Die Delegierten des Schweizerischen Bauernverbandes wollen nichts wissen von einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU. Dieses nennt der Bauernverband ein «fatales Prestigeprojekt».

    Resolution an den Bundesrat

    An ihrer Versammlung in Bern haben die Delegierten einstimmig eine Resolution gutgeheissen. In dieser fordern sie den Bundesrat auf, seine Strategie zur Öffnung der Grenzen aufzugeben. Diese schade der Landwirtschaft um ein Vielfaches mehr, als sie den Konsumenten nütze. Hingegen solle die Schweiz wie bisher eine gezielte schrittweise Marktöffnung verfolgen.

    50 Prozent weniger Einkommen befürchtet Die Bauern sehen mit dem Freihandel ihre Einkommen schwinden: Laut einer Studie würde das Abkommen mit der EU den heutigen Arbeitsverdienst der Landwirte auf 50 Prozent senken. Besonders hart würde ein Abkommen demnach die Produktion im Pflanzenbau und von Produkten ohne starke Verarbeitung treffen.

    Fredy Gasser

  • Der Flugverkehr soll auch in der Schweiz sicherer werden.

    Verkehrskollaps am europäischen Himmel verhindern

    Die Schweiz wird Teil eines einheitlichen europäischen Luftraums. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat mit fünf europäischen Ländern ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

    Engere Zusammenarbeit in der Flugsicherung
    Dieses sieht vor, dass die Flugsicherung neu organisiert wird. So soll sie nicht mehr mehrheitlich den Landesgrenzen entlang erfolgen, sondern künftig entsprechend den Verkehrsströmen.

    Kürzere Flugwege

    Mit dem einheitlichen europäischen Luftraum soll der immer stärker wachsende Flugverkehr in Europa besser abgewickelt werden können. Weil die Flugwege neu organisiert werden sollen, würden sie direkter und damit kürzer.

    Philipp Burkhardt

  • Deutscher NPD den Geldhahn zudrehen

    Die Innenminister von Bund und Ländern beraten in Potsdam über die Möglichkeit, der rechtsextremen Partei NPD die staatlichen Zuschüsse zu streichen.

    Immer wieder wird über ein Verbot der NPD diskutiert. Dieses ist jedoch aus verfassungsrechtlichen Gründen gescheitert. Politisch haben die grossen Parteien kein Rezept gefunden, um die Rechtsradikalen auszubremsen.

    Nun sucht die Innenministerkonferenz ein milderes Mittel im Kampf gegen die Partei. Die NPD soll finanziell ausgetrocknet werden.

    Ursula Hürzeler

  • Frankreichs Sozialisten wählen Parteichef

    Die 230 000 Mitglieder der Sozialistischen Partei Frankreichs wählen einen neuen Parteichef. Dies, weil die von internen Machtkämpfen zerrüttete Partei nicht im Ansatz in der Lage war, sich zu einigen.

    Drei Kandidaten

    Der bisherige Vorsitzende François Hollande gibt den Vorsitz nach elf Jahren ab. Nun muss sich die sozialistische Basis zwischen der ehemaligen Präsidentschaftsbewerberin Ségolène Royal, der früheren Arbeitsministerin Martine Aubry und dem Parteilinken Benoît Hamon entscheiden.

    Frankreichs Sozialisten zerstritten

    Kritiker, nicht zuletzt aus den eigenen Reihen, werfen der Partei vor, über die Machtkämpfe die inhaltliche Oppositionsarbeit zu vernachlässigen.

    Philipp Scholkmann

  • Das Mammut war über 20 000 Jahre im sibirischen Eis gefangen (1999).

    Erbgut des Mammuts entschlüsselt

    Ein amerikanisch-russisches Forscherteam hat das Erbgut des Mammuts zu weiten Teilen entziffert. Es sammelte für ihre DNA-Analyse Haarproben von zwei Mammuts, die seit Jahrtausenden im Eis eingefroren waren.

    Auf diese Weise rekonstruierten die Wissenschaftler etwa 70 Prozent des Mammuterbguts. Andere Forscher hatten zuvor nur kleine Bruchstücke des Genoms sequenziert.

    Es sei das erste Genom einer ausgestorbenen Tierart, das in grösserem Umfang vorliege, berichtet das britische Wissenschaftsjournal «Nature». Die Erkenntnisse sollen helfen, bedrohte Tierarten zu erhalten.

    Patrik Tschudin

Moderation: Martin Durrer, Redaktion: Brigitte Zingg