Rom fordert Widerruf von Holocaust-Leugner

  • Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 4. Februar 2009, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Der Vatikan hat den erzkonservativen Bischof Williamson aufgefordert, seine Leugnung des Holocaust zu widerrufen.

Weitere Themen:

US-Präsident Barack Obama will Managerlöhne auf 500 000 Dollar beschränken.

Wachstum und Gewinn des Basler Pharmakonzerns Roche steigen weiter, nur etwas langsamer als früher.

Die Arbeitslosigkeit trifft immer mehr auch gut Qualifizierte.

Beiträge

  • Der Vatikan reagiert auf die Kritik an Papst Benedikt XVI.

    Vatikan: Williamson muss alles zurücknehmen

    Der Vatikan verlangt vom umstrittenen Bischof Williamson seine Holocaust-Leugnung «eindeutig und öffentlich» zu widerrufen. Sonst dürfe er der Kirche nicht weiter dienen, heisst es in einer Erklärung aus Rom.

    Weiter teilte der Kirchenstaat mit, der Papst habe nicht gewusst, dass Williamson den Massenmord an den Juden im Zweiten Weltkrieg leugne, als er Williamsons Kirchenausschluss rückgängig gemacht habe.

    Der Papst hatte vor rund zwei Wochen die Exkommunikation des Holocaust-Leugners Williamson und drei weiterer Bischöfe der erzkonservativen Pius-Bruderschaft aufgehoben.

    Hansjörg Schulz, Leiter der DRS Religionsredaktion kommentiert.

  • Obama will Managerlöhne begrenzen

    US-Präsident Barack Obama hat Spitzenmanagern in Unternehmen, die Finanzhilfen des Staates erhalten, eine drastische Gehaltskürzung verordnet. Er begrenzte die Gehälter der Führungskräfte auf 500 000 Dollar im Jahr.

    Grosszügige Bonuszahlungen für Manager von Unternehmen, die nach Steuergeldern riefen, seien unfair. Die strengsten Auflagen sollen für diejenigen Unternehmen gelten, die «aussergewöhnliche Hilfen» erhalten.

    In der Schweiz hat erst ein Unternehmen Staatsgeld bekommen, die Grossbank UBS. Doch für deren Manager gibt es keine Lohnobergrenze. Die Aufregung um die Boni der UBS zeigt, dass das Thema die Öffentlichkeit sehr beschäftigt.

    Peter Voegeli, Martin Durrer und Beat Soltermann

  • Der Pharmakonzern Roche baut in Kaiseraugst eine neue Produktionsanlage für 35 Millionen Franken.

    Roche trotz Gewinnrückgang zufrieden

    Der Basler Pharmakonzern Roche hat im letzten Jahr ein Rekordergebnis verpasst. Die Gründe waren der starke Franken und der Umsatzrückgang beim Grippemittel Tamiflu.

    Der Gewinn sank 2008 um fünf Prozent auf 10,8 Milliarden Franken. Der Umsatz ging um ein Prozent auf 45,6 Milliarden Franken zurück. Dennoch zeigte sich der neue Konzernchef Severin Schwan überaus zufrieden mit dem «hervorragenden Jahr».

    Für Wachstum sorgten bei Roche insbesondere die Krebsmedikamente. Sie machen inzwischen mehr als die Hälfte des Pharmaumsatzes aus. Ende Januar präsentierte der Schweizer Pharmakonzern Novartis ebenfalls gute Zahlen.

    Martin Durrer

  • Arbeitslosigkeit trifft auch Kaderleute

    Die schlechte Wirtschaftslage hat auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen. Die Arbeitslosigkeit trifft immer mehr auch gut Qualifizierte. Ein neues Phänomen für die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV).

    Die Nachfrage von Gutqualifizierten nach den Beratungsdiensten in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren ist in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen. Die RAV in der Schweiz bauen deshalb ihre Kapazitäten aus.

    Fredy Gasser

  • Israelische Siedler wählen rechts

    Nach dem Ende des Gazakriegs dreht sich der israelische Wahlkampf um Fragen der Sicherheit. Viele Umfragen sagen Likud-Chef Benjamin Netanjahu bei den Wahlen vom kommenden Dienstag einen Sieg voraus.

    In Israel wird am 10. Februar ein Jahr vorzeitig ein neues Parlament gewählt. Netanjahus rechtsgerichtete Likud-Partei hat nach letzten Umfragen gute Chancen, stärkste Kraft zu werden. Damit würden die Chancen auf eine baldige friedliche Lösung im Nahost-Konflikt wohl schwinden.

    Ein zentrales Hindernis bleiben die israelischen Siedlungen im Westjordanland. Viele sind auf privates palästinensiches Land gebaut worden, ohne Bewilligung und seien illegal: Zu diesem Schluss kommt ein Geheimbericht des israelischen Verteidigungsministeriums.

    Iren Meier

  • Schweizer Botschafterin Heidi Tagliavini untersucht den Georgien-Konflikt.

    Kaukasus-Konflikt: Schweizer Top-Diplomatin nimmt Arbeit auf

    Die Schweizer Spitzendiplomatin Heidi Tagliavini und ihr Team nehmen ihre Untersuchungen auf. Im Auftrag der EU muss sie die Hintergründe des Georgien-Konflikts ausleuchten.

    Heidi Tagliavini und ihre Mitarbeitenden sollen die Ursachen und den Ablauf des Kaukasus-Konflikts untersuchen. Ihr Bericht soll der EU als Leitplanke dienen für ihre künftigen Beziehungen zu Russland und Georgien. Er soll bis Ende Juli vorliegen.

    Die Schweizer Botschafterin wirkte unter anderem für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Tschetschenien, später als Sonderbeauftragte von Kofi Annan, als Uno-Missionschefin in Georgien.

    Peter Gysling

  • Bürgerwehr gegen Dealer in Lugano-Besso

    Das Bahnhofsquartier Lugano-Besso ist weit über die Stadt hinaus bekannt als Ort, wo afrikanische Dealer Kokain verkaufen. Genau dagegen hat sich ein überparteiliches Volkskomitee formiert.

    «Besso pulita» (sauberes Besso) heisst das überparteiliche Volkskomitee, das abends Bürgerpatrouillen auf die Strassen schickt und verdächtige Autohalter anzeigt.

    Die Polizei ist zwar erfreut über die Unterstützung, und doch ist ihr diese Angelegenheit nicht ganz geheuer. Die Afrikaner im Tessin ihrerseits fürchten, ein paar Dealer gefährdeten die Resultate von zehn Jahren Kampf um Anerkennung.

    Alexander Grass

Moderation: Martin Durrer, Redaktion: Isabelle Jacobi