Schmid überrascht alle

  • Mittwoch, 12. November 2008, 18:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 12. November 2008, 18:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 12. November 2008, 19:00 Uhr, DRS 2, DRS Musikwelle und DRS 4 News

Nach acht Jahren tritt Samuel Schmid auf Ende Jahr aus dem Bundesrat zurück. Er beendete damit monatelange Spekulationen. Kämpferisch aber auch abgekämpft trat er nochmals für die Werte ein, die ihn und die SVP entzweiten.

Weitere Themen:

Der Bundesrat will die Wirtschaft mit 900 Millionen Franken ankurbeln.

Loriot feiert seinen 85. Geburtstag.

Beiträge

  • Abgekämpfter Schmid tritt zurück

    Nach acht Jahren tritt Samuel Schmid auf Ende Jahr aus dem Bundesrat zurück. Er nannte gesundheitliche und politische Gründe.

    Mit der Ankündigung seines Rücktritts beendete Schmid monatelange Spekulationen. Trotzdem waren alle überrascht.

    Die letzten Monate hätten ihm gezeigt, was für ein fragiles Gut die Gesundheit sei, sagte Schmid am Mittwoch Nachmittag vor den Medien. Kämpferisch aber auch abgekämpft trat er nochmals für die Werte ein, die ihn und die SVP entzweiten.

    Schmids Nachfolge wird in vier Wochen geregelt. Alle Blicke richten sich auf die SVP, die Anspruch auf den vakanten Bundesratssitz erhebt.

    Alexander Sautter

  • Schmid: «Nun trete ich ins Glied zurück»

    Bundesrat Samuel Schmid tritt nach monatelangen Querelen um seine Person zurück. Er tue dies der Gesundheit, der Familie aber insbesondere auch der Armee zuliebe, erklärte Schmid.

    Er habe sich vorgenommen, noch das Rüstungsprogramm 2008 durchzubringen, sagte Schmid am Mittwoch Nachmittag vor den Medien. Am Morgen hatte er überraschend seinen Rücktritt angekündigt.

    Nach dem deutlichen positiven Entscheid der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats vom Dienstag sei er zuversichtlich, dass dieses im Dezember im Parlament durchkomme.

    Der politische Druck habe seinen Tribut gefordert. Die letzten Monate hätten ihm in Erinnerung gerufen, «welch fragiles Gut die eigene Gesundheit ist», so Schmid weiter. Er gehe mit dem Wunsch, dass Demut und Bescheidenheit wieder einen grösseren Stellenwert erhielten.

    Geraldine Eicher

  • Analyse: Warum Schmid wirklich zurücktritt

    Bundesrat Samuel Schmid hat erklärt, er trete aus gesundheitlichen Gründen zurück. Diese Begründung sei nicht ganz einleuchtend, erklärt Bundeshausredaktor Philipp Burkhard.

    Schmid sagte an der Medienkonferenz, er habe sich schon früher über einen Rücktritt Gedanken gemacht. Er hätte dem Druck der Medien und der SVP aber nicht nachgeben wollen. «Wenn Schmid dem Druck hätte standhalten wollen, dann hätte er seinen Rücktritt Anfang nächstes Jahr verkünden können, nach der Verabschiedung seines Rüstungsprogramms im Parlament», sagt Burkhardt.

    Es sei letztlich wohl doch die Affäre um den einstigen Armee-Chef Roland Nef gewesen, die Schmid zum Rücktritt bewogen habe. Denn Schmid sei bewusst, dass er die Öffentlichkeit in diesem Fall in die Irre geführt habe, so Burkhardts Fazit.

    Casper Selg

  • Schmid: Vom Nobody zum Prügelknaben

    Samuel Schmid war nicht nur in den letzten Wochen und Monaten umstritten. Schon zu Beginn seiner Karriere als Bundesrat hatte er zu kämpfen.

    Von einem Rebellen hat Samuel Schmid nie viel gehabt. Die höchsten Weihen seiner Karriere verdankte er allerdings der Opposition zur eigenen Partei. Erfolgreich setzte er seine Segel in den Wind, der Christoph Blocher ins Gesicht blies, und schaffte so die Wahl in den Bundesrat.

    Der Bruch mit der SVP kam erst spät. Mit Schmids Rücktritt geht eine lange Politikerkarriere zu Ende, die 1972 im Alter 25 Jahren im Gemeinderat seines Geburtsorts Rüti bei Büren (BE) begann und ihn übers Kantonsparlament und beide Kammern der Bundesversammlung bis in die Landesregierung führte.

    Oliver Washington

  • Parteien stellen SVP Bedingungen

    Mit dem Rücktritt auf Ende Jahr setzt Bundesrat Samuel Schmid seine ehemalige Partei unter Druck. In vier Wochen muss die SVP einen mehrheitsfähigen Kandidaten präsentieren.

    Am 10. Dezember wird Schmids Nachfolge vom Parlament geregelt. Ausser den Grünen macht niemand Anstalten, den Anspruch der SVP auf den frei werdenden Sitz zu bestreiten. Auch nicht die von der SVP abgespaltene Schmid-Partei BDP, die mit Eveline Widmer-Schlumpf ein weiteres Regierungsmitglied hat.

    CVP und SP stellen aber Bedingungen an eine Kandidatur der SVP. Die CVP legt die Latte dabei derart hoch, dass bereits über einen Plan B spekuliert wird, mit dem die CVP doch jetzt schon die Doppelvertretung im Siebnergremium zurückerobern möchte.

    Dominik Meier

  • SVP-Präsident Toni Brunner.

    Schmid setzt SVP unter Druck

    Nach dem Rücktritt von Bundesrat Samuel Schmid muss sich die SVP auf einen Nachfolge-Kandidaten einigen. Das dürfte den Kampf zwischen den Parteiflügeln verschärfen, besonders wenn Christoph Blocher ins Rennen steigt.

    Der Anspruch der SVP ist bei den anderen Parteien zwar weitgehend unbestritten, allerdings stellen sie Bedingungen, die die SVP-interne Ausmarchung eines Kandidaten für die Bundesratswahl am 10. Dezember erschweren könnten.

    Die Liste möglicher Kandidaten der SVP ist lang und reicht von A wie Adrian Amstutz bis Z wie Bruno Zuppiger. Dazwischen sind die Namen von Fraktionschef Caspar Baader, oder der Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer gefallen.

    Pascal Krauthammer

  • SVP vor Richtungsfrage: Einschätzungen von Philipp Burkhardt

    Der Anspruch der SVP auf die Nachfolge von Bundesrat Samuel Schmid ist weitgehend unbestritten. Ob sie sich auf einen für die anderen Parteien wählbaren Kandidaten einigen kann, ist für Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt allerdings fraglich.

    Casper Selg

  • Kommentar: Schmid verhindert Rückkehr von Blocher

    Bundesrat Samuel Schmid kann für sich in Anspruch nehmen, dass mit seinem Rücktritt die Unmöglichkeit einer Rückkehr Christoph Blochers in die Regierung besiegelt ist. Davor rücken die Führungsfehler Schmids im Fall Nef in den Hintergrund.

    Kommentar von Inland-Chef Lukas Schmutz

  • Die Bauwirtschaft profitiert am meisten vom Schweizer Konjunkturprogramm.

    Bundesrat will Wirtschaft ankurbeln

    Mit Blick auf eine mögliche Rezession hat der Bundesrat ein Hilfsprogramm besonders für kleine und mittlere Unternehmen beschlossen.

    Im nächsten Jahr sollen bis zu einer Milliarde Franken bereitgestellt werden. Bereits zugesagt sind Sofortmassnahmen im Umfang von 341 Millionen Franken, weitere Projekte sind in Arbeit.

    Das Geld soll in Gebäudesanierungen, Hochwasserschutz und zivile Bundesbauten fliessen.

    Priscilla Imboden

  • Vicco von Bülow feiert seinen 85. Geburtstag.

    Loriot feiert den 85.

    Vicco von Bülow, alias Loriot, ist 85 Jahre alt geworden. Er habe sich jetzt seiner Figur Opa Hoppenstedt angenähert: «Das Alter trifft zu. Das Befinden trifft zu. Das Aussehen trifft zu», sagte der Karikaturist und Schauspieler.

    Loriots abgründige Sketches und seine Knollennasenmännchen sind in die Geschichte der Komik eingegangen. Seit den Sechziger Jahren bringt er das Zeitschriften- und Fernsehpublikum zum Lachen.

    Claus Menzel

Moderation: Casper Selg, Redaktion: Monika Oettli