Weshalb materielle Begierden grenzenlos sind

Wie viel ist genug? – Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens

von Robert Skidelsky und Edward Skidelsky

Titel des Buches "Wie viel ist genug?".

Bildlegende: Lesetipp der Woche. Kunstmann

Ist es nicht logisch, dass der Mensch aufhört, nach mehr zu streben, sobald seine Bedürfnisse befriedigt sind, und sich lieber ein schönes Leben macht? So dachte der Ökonom John Maynard Keynes in den 1930er-Jahren, doch diese Theorie hat sich als Irrtum erwiesen: Obwohl die Volkswirtschaften heute reicher sind als je zuvor, arbeiten die Menschen nicht weniger.

Das Problem: Die materiellen Begierden sind grenzenlos. Die Autoren dieses Buches, ein Wirtschaftswissenschaftler und ein Philosoph, prangern in durchaus unterhaltsamer Weise den Wachstumswahn an. Doch sie zeigen dem Leser auch einen Hoffnungsschimmer am Horizont, indem sie erklären, wie sich der Mensch aus seiner Unersättlichkeit befreien lässt.

Die Skidelskys gehen Fragen des Glücks auf den Grund und zitieren Denker aller Epochen, vom Altertum bis heute. Die Ideen rütteln an einigen ökonomischen Grundfesten. Leider ist das Buch nicht besonders gut strukturiert. Etwas mehr von der Übersichtlichkeit, die in den beiden letzten Kapiteln geboten wird, hätte auch den ersten Kapiteln nicht geschadet.

Ansonsten ist das Werk sehr lesenswert und sei allen ökonomisch und wirtschaftspolitisch Interessierten ans Herz gelegt.

  • Verlag: Kunstmann
  • Publikation: 2013
  • Anzahl Seiten: 319

In Zusammenarbeit mit Getabstract, Luzern