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Fünfmalklug Haben Männer ein besseres Vorstellungsvermögen?

Wer hat den Kofferraum schneller gepackt? Wer orientiert sich leichter in fremder Stadt? Der Mann, sagt das alte Vorurteil. Zwei Experimente der Universität Zürich zeigen, ob das stimmt.

Pilot im Cockpit. Er hält einen Plan in der Hand, auf dem vermutlich eine Flughafen-Anlage aufgezeichnet ist. Im Hintergrund sind unzählige Messgeräte und Displays sichtbar.
Legende: Alltagsklassiker: Glaubt man den Erfahrung vieler Menschen, können sich Männer besser orientieren. Keystone

Sechs Paare aller Altersgruppen, zwei Experimente – ausgeheckt von der Uni Bern vor drei Jahren. Das erste: den Kofferraum vor den Ferien möglichst schnell so beladen, dass alles darin Platz hat. Das zweite: den kürzesten Fahrweg im Grossstadtdschungel finden. Resultat: Die alten Vorurteile treffen zu.

Männer überlegen vorher

Bei der Streckensuche verirrte sich die Mehrheit der Frauen; die Männer fanden schneller zum Ziel. Und beim Packen? Im Durchschnitt mussten die Frauen fünf Gepäckstücke umplatzieren, bei den Männern waren es nur zwei. Was den Forschern auffiel: Während sich die Frauen in die Aufgabe «stürzten», überlegten die Männer zuerst.

Legende: Video Typisch Mann - typisch Frau! abspielen. Laufzeit 4:20 Minuten.
Aus Einstein vom 01.07.2010.

Die psychologische Deutung dieses Verhaltens: Die Männer aktivierten ihr Vorstellungsvermögen und spielten das Einräumen mental durch. Die weibliche Strategie «trial and error» benötigte mehr Zeit. So brauchte die schnellste Frau gleich lang wie der langsamste Mann.

Doch aufgepasst: Dafür wussten alle Frauen hinterher noch, was sie gepackt hatten und wo es lag – nützlich, aber nicht die Aufgabe.

Evolution wirkt bis heute

Wahrnehmungspsychologische Untersuchungen zeigen, dass Frauen bei den beschriebenen Verhaltensweisen bei der Orientierung weniger gut fokussieren. Für die Männer war die Orientierung im Freien wichtiger: Als Jäger mussten sie wochenlang der Fährte von Beutetieren folgen und danach wieder nach Hause finden. Ein Mann, dem das leicht fiel, konnte sich besser vermehren als andere.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Theodor Meier, Zürich
    "Was den Forschern auffiel: Während sich die Frauen in die Aufgabe «stürzten», überlegten die Männer zuerst." und damit müssen sie sich täglich rumschlagen. prost.
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  • Kommentar von Charles Darwin, Bern
    Solche Behauptungen sind völlig unwissenschaftlich. Natürlich mögen sich einige solcher Unterschiede mit der Evolution entwickelt haben, doch es sind längst nicht alle Merkmale auch Adaptionen. Genau so gut könnte eine sozio-kulturell, lerntheoretische Erklärung in Betracht gezogen werden. Einfach mal so behaupten, Grundlage für sämtliche menschliche Eigenschaften seien Adaptionen nur weil gerade die Idee der natürlichen Selektion passt, ist nicht seriös. Typisch (Evolutions-) Psychologie.
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    1. Antwort von Raquel García y Cantalejo, Autorin
      Selbstverständlich kann die Evolutionspsychologie Unterschiede zwischen Mann und Frau nicht erschöpfend begründen, zumal die Datenlage tausende Jahre alt ist und sich zudem die Fragestellungen nicht auf ein Handwerk oder eine kulturelle Leistung beziehen - von denen archäologische Ausgrabungen gemacht werden können -, sondern auf das immaterielle Verhältnis zwischen Mann und Frau. Trotzdem liefern Evolutionspsychologie und Evolutionsbiologie immer wieder wertvolle Ansätze und zuweilen auch schlüssige Theorien, die als Puzzle-Teilchen im Verständnis der menschlichen Entwicklungsgeschichte unverzichtbar sind.
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    2. Antwort von Raquel García y Cantalejo, Autorin
      Evolutionspsychologie und Evolutionsbiologie können und müssen keine «alleinseligmachenden» Erklärungen oder Beweise liefern für die Frage, woher gewisse Unterschiede zwischen Mann und Frau herkommen. Sie können aber mitwirkenden Aspekte aufzeigen, mithin auf ursprüngliche Konstellationen hinweisen, die zum Verständnis für die Geschlechterdifferenzen beitragen. Selbstverständlich tragen zu den Unterschieden auch andere Faktoren bei, wie zum Beispiel politische Verhältnisse, Chancen-Ungleichheit u.a.
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  • Kommentar von Simone Lenz, Bern
    An den Ergebnissen ist wohl nix zu rütteln, dass Männer besseres Vorstellungsvermögen haben, ist weithin bekannt. Allerdings wäre es mir als Forscher so absolut peinlich, dies auf eine Zeit von vor 10000 Jahren zurückzuführen. Der Jäger, der seinen Samen in vielen Weibchen pflanzen muss Männer MÜSSEN evolutionsbedingt überall RUMHUREN. Eine seriöse Studie hat diesen Unterschied auf die Computerspiele zurückgeführt. wo sich Spieler im 3-D raum aufhalten und mit kleiner Karte vorwärtsbewegen.
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    1. Antwort von Hanspeter Derweilen, Zürich
      wenn das weithing bekannt ist. wieso soll es dann Quoten geben in den Verwaltungsräten? Sind solche erkentnisse eben gerade Hinweis genug (siehe krassen Leistungsunterschied im Test), dass wir sehr unterschiedlich sind und entsprechend teilweise nicht vereinbar?
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