Sind Hurrikane mit Männernamen gefährlicher?

Seit Jahrzehnten schon bekommen schwere Wirbelstürme menschliche Vornamen – von Meteorologen, die sich über die Folgen wohl kaum im Klaren waren. Denn der Name beeinflusst laut einer Studie tatsächlich unser Verhalten.

Ein Frau schiebt ihr Velo gegen den starken Wind eines Wirbelsturms in Florida.

Bildlegende: Naturgefahr: US-Forscher erkundeten den Einfluss von Vornahmen wie «Ike» für diesen Hurrikan, der im September 2008 auf Florida traf. Reuters

Vorsicht nicht nur bei «Alexander», sondern auch bei «Alexandra»: Nicht «männliche» Hurrikane werden von Forschern von der Universität von Illinois für gefährlicher gehalten – sondern solche mit weiblichen Namen. Die Fachleute analysierten, ob es einen Zusammenhang zwischen Namensgebung und der Zahl der Todesfälle gibt. Sie werteten insgesamt 92 atlantische Hurrikane aus, die zwischen 1950 und 2012 in den USA auf Land getroffen waren.

Das Resultat: Schwere Wirbelstürme mit weiblichen Namen haben eine höhere Zahl von Todesopfern zur Folge. Vermutlich würden sie von der Bevölkerung als weniger bedrohlich wahrgenommen, so die Forscher. Folglich seien Menschen in der Region weniger bereit, sich entsprechend vorzubereiten und zu verhalten.

Um die These zu überprüfen, befragten die Wissenschaftler zudem Testpersonen. Sie sollten etwa die Intensität oder Gefährlichkeit von fünf weiblichen und fünf männlichen Hurrikanen vorhersagen oder angeben, bei welchem Szenario sie einer Evakuierungsempfehlung folgen würden. Die Tendenz: Hurrikane mit einem Frauennamen wurden als weniger gefährlich angesehen.

Hurrikan-Namen

Lange Zeit bekamen Hurrikane in den Vereinigten Staaten nur weibliche Namen. In den 1970er-Jahren wurde diese Praxis geändert. Seitdem werden die Stürme abwechselnd weiblich und männlich benannt – anhand von einer Liste, die bereits vor der Hurrikan-Saison festgelegt wird. Dieses System, so die Forscher, sollte besser überdacht werden.