Was klebt alles an Banknoten?

Drogen und Bakterien: Die meisten von uns tragen sie im Portemonnaie mit sich herum. Banknoten sind kleine Biotope mit unzähligen Stoffen und Keimen. Studien zeigen, dass fast alle Geldscheine davon betroffen sind.

Kokain auf einem Spiegel, daneben eine zusammengerollte 100-Dollar-Note

Bildlegende: Verräterische Spuren: Ein Teil des Kokains bleibt am Geldschein haften. Colourbox

Auf fast allen Euro-Banknoten haben verschiedene Forschungsinstitute Spuren von Kokain gefunden. So auch das kriminalwissenschaftliche Institut in Rom im Jahr 2007: Nur auf drei von 100 untersuchten 20-Euro-Scheinen konnten die Experten die Droge nicht nachweisen. Die europaweit höchsten Konzentrationen von Kokain auf Banknoten wurden in Spanien gemessen. Weltweiter Spitzenreiter sind die USA.

Doch wir tragen nicht nur Drogen in unserem Portemonnaie, sondern auch eine Vielzahl von Bakterien. Das Team um den Mikrobiologen Frank Vriesekoop von der Ballarat Universität in Australien untersuchte 2010 über 1‘000 Banknoten aus zehn Ländern – Australien, Burkina Faso, China, Irland, Holland, Neuseeland, Nigeria, Mexico, Grossbritannien und USA.

Die meisten Bakterien pro Quadratzentimeter fanden die Forscher auf Geldscheinen in China. Dort, aber auch in den USA war etwa die Hälfte der untersuchten Banknoten mit Kolibakterien befallen. Sie kommen im menschlichen Darm vor. In Irland und Australien waren die Banknoten vergleichsweise sauber, wenn auch mit Ausnahmen: Die Forscher fanden nämlich auch dort solche, an denen Salmonellen hafteten. Im menschlichen Körper können sie schwere Lebensmittelvergiftungen auslösen.