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Fünfmalklug Wie viele Farben sieht der Mensch?

Die Welt ist selbst an grauen Regentagen kunterbunt, doch quantifizieren lässt sich unser Farbsehen kaum genau. Sicher ist: Viele Tiere sind beim Farbensehen weit überlegen – und auch manche Vertreter unserer Spezies.

Das Foto zeigt ein menschliches Auge, in dessen Pupille die Farben des Farbkreises montiert wurden.
Legende: Farbkreis: Innerhalb des sichtbaren Lichtspektrums können wir hauchfeine Unterschiede in Ton und Helligkeit erkennen. Colourbox

Wie viele Farben kann der Mensch tatsächlich wahrnehmen? Etwa 200 Töne, heisst auf der Webseite, Link öffnet in einem neuen Fenster der Universität Mannheim – und von diesen 200 jeweils 500 unterscheidbare Helligkeitsstufen. Rechne man noch die möglichen Aufhellungen durch den Weissanteil im Farbton ein, komme man auf die Summe von ungefähr 20 Millionen Farben. Doch ein experimenteller Nachweis einer solchen Zahl dürfte schwer fallen, allein schon wegen des Aufwandes.

Farbig in begrenztem Spektrum

Sicher ist freilich, dass andere Lebewesen ein breiteres Spektrum abdecken können. Während der Mensch im Bereich der Licht-Wellenlängen von etwa 380 bis 780 Nanometern farbig sieht, haben viele Tiere auf der Netzhaut ihrer Augen auch Rezeptoren für das angrenzende ultraviolette Licht – eine offenbar nützliche Einrichtung.

Zum Beispiel für die Nahrungssuche, weil die Oberfläche viele Früchter UV-Licht reflektiert. Oder auch für die Fortpflanzung, etwa bei der Blaumeise: Weibchen dieser Art bevorzugen laut Studien solche Männchen, deren Federkleid am stärksten im UV-Bericht «leuchtet» – ein Hinweis auf eine gute Gesundheit, wie Biologen meinen.

Das Foto zeigt einen Fangschreckenkrebs am Meeresboden.
Legende: Seh-Virtuose: Neben UV-Licht können Fangschreckenkrebse auch polarisiertes Licht wahrnehmen. Roy L. Caldwell, Department of Integrative Biology, University of California

Ausnahmen bei Homo sapiens

Und verglichen mit dem Fangschreckenkrebs, dessen Netzhäute acht verschiedenen Rezeptoren im «sichtbaren» und vier im UV-Bereich haben, ist der Mensch mit drei Rezeptoren für Farbreize sogar seh-schwach. Doch es gibt Ausnahmen: Tatsächlich besitzen viele Frauen einen zusätzlichen Farbrezeptor, doch diese Ausnahme wird im Gehirn, der Schaltzentrale fürs Farberleben, selten wirklich verarbeitet.

Immerhin hat eine britische Forscherin nach eigenen Angaben schon eine Person gefunden, die Millionen mehr Farben erkennen dürfte. Wie mit welche Farbtiefe diese «Tetrachomatin» Welt betrachtet, ist freilich kaum vermittelbar: Nur sie sieht schliesslich durch ihre Augen sieht.

2 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    ff: Was erkennt, sind letztlich nicht unsere Wahrnehmungsorgane oder unser Gehirn, sondern das menschliche Denken bzw. unser Geist. Dass die Summe aller Winkel in einem 3-Eck immer 180° beträgt, können weder unsere Augen noch unser Gehirn als Biomasse erkennen. Die Realität gibt es nur in unserem Geist, der sich des Körpers zur Wahrnehmung bedient. Das Erkennen des Geistes ist das Erkennen der einzigen Realität hinter allen Erscheinungen (welche ihrerseits Ausfluss des Geistes sind).
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Hätten die Menschen andere Sinnesorgane, sähe die Welt anders aus? Sind wir also unseren Wahrnehmungsorgane ausgeliefert und können nur soviel von der Wirklichkeit erfahren, wie diese davon liefern? Unsere Wahrnehmungsorgane inkl. Gehirn können wir aber auch nur durch die uns einschränkend bzw. die Wirklichkeit gefiltert übermittelnden Wahrnehmungsorgane erkennen...
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