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Einstein Online 11'000'000'000 Liter Wasser

Tausende Liter Wasser verbrauchen Herr und Frau Schweizer täglich – oft unbewusst. Für alles, was wir essen, trinken, aber auch an materiellen Gütern besitzen, wird zur Herstellung Wasser benötigt.

Legende: Video Wasserverbrauch in der Schweiz abspielen. Laufzeit 05:17 Minuten.
Aus Einstein vom 20.12.2012.

Auch wenn man es nicht sieht: In jedem Steak, Pullover oder Computer steckt Wasser – virtuelles Wasser, welches für die Produktion benötigt wird. Von der Bewässerung der Felder, über das Trinkwasser für das Rindvieh bis zur Herstellung von Verpackungsmaterial oder LKWs für den Transport. In einer Produktionskette wird fast überall Wasser verbraucht.

Wird dieser Wasserverbrauch berücksichtigt, beläuft sich der tägliche Bedarf einer in der Schweiz lebenden Person auf 4‘200 Liter. Das liegt knapp über dem weltweiten Durchschnitt. Die gesamte Schweiz kommt auf einen Verbrauch von 11 Milliarden Liter. 82 Prozent davon kommen jedoch aus dem Ausland, von wo Grossverteiler und Zwischenhändler Rohstoffe, Nahrung oder fertige Güter beziehen und an uns Endverbraucher weiterverkaufen.

In einer Tasse Kaffee beispielsweise stecken 140 Liter Wasser. Darin enthalten sind das Wasser, das für das Wachstum der Kaffeepflanze sowie zum Ernten, Raffinieren, Transportieren und Verpacken der Kaffeebohnen benötigt wird. Den kleinsten Teil brauchen wir schliesslich zum Aufbrühen unseres Kaffees am Morgen. Und es gibt noch mehr Beispiele:

  • Für 1 Tasse Tee braucht es 35 Liter Wasser.
  • 1 Ei: 135 Liter Wasser
  • 1Kilogramm Zucker: 120 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm Brot: 1‘300 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm Reis: 2‘500 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm Käse: 5‘000 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm Rindfleisch: 15‘400 Liter Wasser

So verschlingen die Schweizer jährlich 2‘200‘000 Liter Wasser pro Kopf mit der Nahrung. Aber nicht nur in der Nahrungsmittelproduktion wird Wasser verbraucht. Auch die Herstellung von allerlei materiellen Gütern ist mit enormem Wassereinsatz verbunden. Darunter zählen beispielsweise die Rohstoffgewinnung und -verarbeitung oder Prozesse bei der Materialentwicklung.

  • Um beispielsweise ein Kilogramm Baumwolle herzustellen, werden im Durchschnitt 10‘000 Liter Wasser verbraucht. Je nachdem, wo die Baumwolle herkommt und wo beispielsweise ein T-Shirt daraus verarbeitet wird, kann der Verbrauch auf bis zu 15‘000 Liter ansteigen. Eine Jeans verbraucht durchschnittlich 5‘000 Liter Wasser.
  • Auch wer sich einen Neuwagen kauft, lädt einige Liter auf sein virtuelles Wasserkonto: Bis zu 400‘000 Liter Wasser stecken beim Verkauf in einem Auto. So viel Wasser wie man braucht, um 1 Tonne Weizen zu produzieren. Und so geht es weiter:
  • Ein Computer schlägt mit etwa 20‘000 Litern zu Buche.
  • In einem DIN-A4-Blatt, bedruckt oder beschrieben, stecken 10 Liter Wasser.
  • Im Lieblingsroman stecken etwa 1‘600 Liter Wasser.

2009 schätzten Experten den weltweiten Wasserbedarf auf 4,5 Billiarden Liter. Davon wurden etwa 70 Prozent für Bewässerung, 22 Prozent in der Industrie und lediglich 8 Prozent in privaten Haushalten verbraucht.

Zahlen und Fakten

  • 884 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
  • Jeder Schweizer Bürger verbraucht 50 Liter täglich zum Spülen der Toilette.
  • 32 Liter Wasser verbraucht jeder für die tägliche Dusche.
  • Schweizerinnen und Schweizer verbrauchen allein im Haushalt 162 Liter pro Kopf und Tag (USA: 350 Liter, Indien: 25 Liter, Madagaskar: 5 Liter).

3 Kommentare

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  • Kommentar von Uelix Sax, Produzent «Einstein», Zürich
    Lieber Herr Rupp, Sie haben recht, wir haben falsch gerechnet! Der Vierwaldstättersee enthält 11 Milliarden Kubikmeter Wasser, also 11 Billionen Liter. Wir entschuldigen uns für den Fehler und wünschen frohe Festtage!
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  • Kommentar von Bernhard Rupp, 3654 Gunten
    Guten Abend In der Sendung Einstein zu diesem Thema ist Ihnen ein Fehler unterlaufen. Den der Vierwaldstättersee enthält nicht 11'000'000'000 (Milliarden) sondern 11'000'000'000'000 (Billionen) Liter Wasser. Die Wassermenge aber entspricht tatsächlich der des Virtuellen Wasserverbrauchs der Schweiz pro Jahr. Schöner Abend noch
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  • Kommentar von R.Schmid, Bonfol
    "Verbraucht" wird das Wasser durch das Vergiften, Kanalisieren, Ersticken. Bei Viktor Schauberger dem Förster aus Oesterreich, der durch das Flössen von Baumstämmen mit dem Wasser per Du war, lässt sich im Buch "Das Wesen des Wassers" erstaunliches nachlesen.
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