Der ESC-Traum ist für Michael von der Heide geplatzt

Die Zuschauer und die Jury haben entschieden: Die Schweiz schafft es auch am Eurovision Song Contest 2010 nicht ins grosse Finale. Für Michael von der Heide ist damit das grosse ESC-Abenteuer vorbei.

Trotz dieser Niederlage zeigt sich Michael von der Heide in Oslo erstaunlich gefasst. «Klar bin ich enttäuscht. Aber ich kann es noch gar nicht richtig realisieren, die Anspannung ist noch viel zu gross», verrät der Sänger gegenüber glanz & gloria. Es sei zwar kein Trost, aber seine grosse Favoritin des Abends, Anna Bergendahl aus Schweden, sei ja auch nicht weitergekommen.

Georgien, Zypern und Co. ziehen ins Finale ein

Der Halbfinal des St. Gallers war mit Favoriten wie Aserbaidschan, Armenien, Israel, Irland, Dänemark oder der Türkei auch der deutlich stärkere als der erste am Dienstag. In den Final schafften es ausser diesen Ländern auch Georgien, Rumänien sowie überraschend Zypern und die Ukraine. Für die restlichen sechs Mitstreiter der Schweiz ist der ESC-Traum ebenfalls geplatzt.

Auch an dieser zweiten Vorausscheidung überboten sich viele Kandidaten gegenseitig mit Showeffekten. Armenien etwa liess zu «Apricot Stone» aus einem gigantischen Obstkern einen Aprikosenbaum wachsen. Und im türkischen Beitrag der Gruppe maNga schälte sich ein Cyberborg-Girl mit der funkensprühenden Elektrosäge aus seiner Fantasierüstung.

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Sehen Sie hier den Auftritt von Michael von der Heide im zweit...

4:26 min, vom 27.5.2010

Zu den insgesamt 20, die am Dienstag bzw. am Donnerstag weitergekommen sind, stossen im Finale am Samstag noch die fünf Gesetzten dazu. Dies sind die stärksten Geldgeber der European Broadcasting Union: Frankreich, Deutschland, Spanien und Grossbritannien, dazu Gastgeber und Vorjahressieger Norwegen.

Es hat noch nie viel ESC-Gold geregnet für die Schweiz

Nach DJ Bobo, Paolo Meneguzzi und den Lovebugs ist «Gold-Michi» der vierte Schweizer Teilnehmer in Folge, der schon im Vorspiel hängenblieb. Die letzte gebürtige Schweizerin, die am ESC einen Spitzenplatz erreichte, war 1991 Sandra Simó (heute Studer) auf Rang 5. Sie sass heuer in der Fachjury, deren Votum 50% des Entscheids ausmachte.

Die einzigen erfolgreichen «Schweizer» Vertreter der letzten 16 Jahre kamen aus dem Ausland: 1993 die Kanadierin Annie Cotton (3.) und 2005 die Estinnen Vanilla Ninja (8.). Zwischen 1994 und 2003 sass die Schweiz nicht weniger als vier Mal auf der «Strafbank» wegen schlechtem Abschneiden in den Vorjahren.

Das grosse Eurovision Song Contest-Finale findet am Samstag, 29. Mai um 21.00 Uhr statt. glanz & gloria wird auch dann wieder online für Sie mit dabei sein. Dann eben leider ohne Schweizer Beteiligung.

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