Marcus Wiebusch: «Die Zeiten der gemütlichen Lieder sind vorbei»

Der Hamburger Marcus Wiebusch ist einer der grossen Poeten des deutschen Indie-Rock. Auf dem neuesten Kettcar-Album «Ich vs. Wir» beobachtet er den Zustand Deutschlands und singt gegen grassierenden Ego-Zynismus im Land. Der Pädagoge, Familienvater und St. Pauli-Fan ist Gast im Focus.

Wiebusch
Bildlegende: Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch SRF

Für die Schriftstellerin Juli Zeh ist die jüngste Kettcar-Platte «wie gute Literatur». Für den Spiegel war es «das wichtigste deutsche Album» des letzten Jahres. Es gibt auch kritische Stimmen, die Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch vorwerfen, er vertone mit Pathos die linksorientierte Facebook-Filterblase. Er selbst sagt, er habe die Schnauze schlicht voll von ironisch-distanzierten Kommentaren zu jeglicher Art von Positionierung oder Engagement. Deshalb schrieb er das wohl politischste Album seiner gesamten Karriere. Im Gespräch mit Dominic Dillier erzählt Wiebusch von seiner Kindheit und Jugend zwischen Lüneburger Heide und Hamburger Punk-Szene und wie er als verspotteter «Gutmensch» seine eigenen Kinder versucht, zu guten Menschen zu erziehen.

Autor/in: Dominic Dillier, Moderation: Dominic Dillier