«Abgekachelt» – Alice Schwarzer verliert gegen Jörg Kachelmann

Eine Glosse von Alice Schwarzer (71) hat die Persönlichkeitsrechte Kachelmanns verletzt.

Alice Schwarzer und Jörg Kachelmann

Bildlegende: Werden keine Freunde mehr Alice Schwarzer und Jörg Kachelmann. Reuters

Das Kölner Oberlandesgericht hat entschieden, dass Alice Schwarzer in Glossen nicht den Eindruck erwecken darf, Jörg Kachelmann sei ein Vergewaltiger. Dies berichtet das Onlineportal «Spiegel». Schwarzers Zeitschrift «Emma» soll in einem Text von 2011 vorgeschlagen haben, die Begriffe «einvernehmlicher Sex» und «Unschuldsvermutung» zu Unworten des Jahres zu küren. Beide Begriffe kamen in Kachelmanns Vergewaltigungsprozess vor.

Persönlichkeitsrechte verletzt

Begründet wurde die Wahl der «Unworte» mit: «Da fragt man am besten … Claudia D. oder irgendeine von den 86'800 geschätzten vergewaltigten Frauen im Jahr, deren Vergewaltiger nie angezeigt, nie angeklagt oder nie verurteilt wurden.» Mit «Claudia D.» hatte die Presse den Namen von Kachelmanns Ex-Geliebter abgekürzt, die ihn angezeigt hatte. Das Gericht sah damit die Persönlichkeitsrechte des 55-jährigen Meteorologen verletzt. Jörg Kachelmann wurde von den Vergewaltigungsvorwürfen 2011 freigesprochen.

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Jörg Kachelmann: Freispruch

2:43 min, aus Glanz & Gloria vom 31.5.2011