Die Oscar-Abräumer 2011: Colin Firth und Natalie Portman

Bei der 83. Oscar-Verleihung wurden die Favoriten ihren Rollen gerecht: Colin Firth holte sich, wie nicht anders zu erwarten, als stotternder König die Trophäe. Und Natalie Portman gewann als schizophrene Balletttänzerin den Oscar.

Colin Firth und Natalie Portman heissen die grossen, aber wenig überraschenden Gewinner der Oscar-Verleihung 2011 (siehe auch die Oscar-Prognosen von glanz & gloria). Nach einem Golden Globe und einem Bafta Award heimste Colin Firth für seine Darstellung als stotternder König George VI. in «The King’s Speech» nun auch den weltweit wichtigsten Filmpreis ein.

Der 50-jährige Film- und Theaterdarsteller Firth war schon im Vorfeld als heisser Oscar-Favorit gehandelt worden und stach damit unter anderem seine Kollegen Jeff Bridges und Javier Bardem aus. Der Brite bedankte sich witzig für den Oscar: «Ich verspüre ein Zucken in meinem Körper. Aber bevor ich anfange zu tanzen, fasse ich mich lieber kurz.»

Beste Hauptdarstellerin: Natalie Portman

Auch Natalie Portman holte sich wenig überraschend den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Die 29-jährige Schwangere überzeugte als schizophrene Balletttänzerin in «Black Swan» anscheind die Academy-Mitglieder so sehr, dass sie zum ersten Mal die goldene Statue mit nach Hause nehmen durfte.

«Das ist verrückt», rief Portman nach ihrer Auszeichnung. Ihre Dankesrede hielt sie mit Tränen in den Augen. Natalie Portman konnte sich unter anderem gegen Nicole Kidman und Annette Bening durchsetzen.

«The King's Speech» ist der Abräumer des Abends

Der Historienfilm «The King's Speech» ist der grosse Gewinner der diesjährigen Oscar-Verleihung. Die Academy zeichnete das Epos über den stotternden König George VI. in der Nacht auf Montag mit vier Trophäen aus, darunter in den wichtigen Kategorien «Bester Film» und «Beste Regie».

Der Film schildert, wie ein unkonventioneller Sprachtherapeut den stotternden Prinzen und späteren König George VI. behandelt und ihn zum Beginn des Zweiten Weltkriegs zu einer historischen Rede befähigt.

Vor allem für Regisseur Tom Hooper bedeutet der Oscar-Gewinn den grossen Druchbruch. «The King's Speech» war für den 38-jährigen Briten erst der zweite Film und schon hielt er zum ersten Mal das goldene Männchen in seinen Händen. Hooper stach unter anderem alteingesessene Hollywood-Regisseure wie Danny Boyle («127 Hours») oder auch die Coen Brüder («True Grit») aus.

Bester Nebendarsteller: Christian Bale

Christian Bale gehört auch zu den Oscar-Gewinnern 2011. Für seine Rolle als ehemaliger Box-Champion in «The Fighter» erhielt er in der Kategorie «Bester Nebendarsteller» das goldene Männchen.

Mit Tränen in den Augen bedankte sich der 36-Jährige bei seiner Frau und widmete ihr sowie seiner kleinen Tochter die Trophäe. Für Christian Bale war es die allererste Oscar-Nomination und er stach damit Hollywood-Grössen wie Geoffrey Rush («The King's Speech»), Mark Ruffalo («The Kids Are All Right»), John Hawkes («Winter's Bone») und Jeremy Renner («The Town») aus.

Beste Nebendarstellerin: Melissa Leo

In der Kategorie «Beste Nebendarstellerin» konnte sich Melissa Leo durchsetzen. Die 50-Jährige erhielt die goldene Statue für ihre Rolle als Mutter von Hauptdarsteller Mark Wahlberg im Boxer-Drama «The Fighter». Doch Leo war so nervös, dass bei ihrer Dankesrede die Aufregung mit ihr durchging. «Als ich gesehen habe, wie Kate Winslet vor zwei Jahren hier stand, sah das alles so f*** einfach aus», sagte sie auf der Bühne. Backstage entschuldigte sich Leo sogleich für die Verwendung des groben F-Wortes.

Überreicht wurde Melissa Leo die begehrte Trophäe von Hollywood-Legende Kirk Douglas, der mit einem Stock auftrat und undeutlich sprach. Er machte Spässe zu seinen altersbedingten Handicaps und genoss den Aufritt im Kodak Theatre sichtlich. Leo wiederum liess sich bei der Übergabe von Douglas kneifen, damit sie wirklich glauben konnte, dass sie den Oscar mit nach Hause nehmen darf.

Moderiert wurde die weltweit im Fernsehen übertragene Gala von den Schauspielern Anne Hathaway und James Franco: Sie führten locker und fröhlich durch die Zeremonie. James Franco verkleidete sich sogar als Marilyn Monroe.

Ein Highlight des Abends war, als Schauspielerin Gwyneth Paltrow die Bühne betrat und das in der Kategorie «Bester Song» nominierte Lied «Coming Home» aus ihrem Film «Country Strong» vortrug.

Hollywood-Stars in sagenhaften Roben über roten Teppich

Vor der glamourösen Oscar-Verleihung standen die Stars noch auf dem roten Teppich den Journalisten Rede und Antwort. Nicole Kidman erzählte über ihr Töchterchen Faith Margaret. Jennifer Hudson nahm Komplimente für ihre Figur entgegen und Sandra Bullock hatte ein Dauerlächeln im Gesicht.

Mit ihren sagenhaften Roben selbst sorgten die Hollywood-Schauspieler schon für jede Menge Gesprächsstoff. Anne Hathaway und Sandra Bullock zum Beispiel flanierten in roten schulterfreien Kleidern über den Teppich. Michelle Williams kam im perlenbesetzten weissen Kleid – Cate Blanchett hingegen in einem blasslila Gladiatorenkleid.