«Das Haus am Kanal» von Georges Simenon

Als Marie 16 ist, stirbt ihr Vater. Ihre Mutter ist schon lange tot. Das junge Mädchen ist arm und kann sich ein Leben in Brüssel nicht leisten. Von ihrem Vormund wird sie zu Verwandten ins flämische Hinterland geschickt, in ein einsames, am Kanal stehendes Haus.

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Doch auch hier ist kurz vor ihrer Ankunft das Oberhaupt der Familie durch einen Unfall ums Leben gekommen. Jetzt steht der Cousin Fred, der älteste Sohn unter den sechs Kindern, der Familie vor und führt die Geschäfte seines Vaters weiter. Anfangs versucht Marie sich so gut es geht in die Verhältnisse einzufügen. Doch ihre Anpassungsbereitschaft nimmt ab, eine gefährliche Entwicklung. Zumal sie in ihrem Cousin Joop einen willfährigen Handlanger findet. Der nämlich hat sich Hals über Kopf in Marie verliebt. Die junge Frau spielt kokett mit der Macht, die sie über ihn hat. Dabei hängt sie in Gedanken an einem ganz anderen Mann. 

Bei Simenons «Haus am Kanal» wie auch bei vielen seiner anderen Romane gibt es kein blutrünstiges Verbrechen am Anfang, keine wilden Verfolgungsjagden in der Mitte und keinen über alles triumphierenden Detektiv am Ende. Simenons Geschichten packen uns durch das Milieu, in dem sie spielen, durch die greifbare Atmosphäre, die sie atmen. Das Verbrechen ist zu Hause bei den einfachen Menschen und passiert aus (scheinbar) einfachen Gründen. Und das verlangt atemloses Zuhören.

Mit: Katharina Schüttler (Marie), Serdar Somuncu (Fred), Christian Friedel (Joop), Claude De Demo (Mia), Thierry van Werveke (Onkel Luis), Camille van Lunen (Tante), Hartmut Stanke (Kommissar), Gregor Höppner (Staatsanwalt), Volker Weidlich (Arzt) u.v.a.

Aus dem Französischen von Ursula Vogel - Hörspielfassung und Regie: Udo Scharek - Akkordeon / Volkslieder: Elmar Wiesenmüller - Produktion: WDR 2007 - Dauer: 50'

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Redaktion: Susanne Heising