«Der König David Bericht» von Stefan Heym

Es soll der ruhmreiche Lebensbericht einer Ikone werden. Doch was tut der Biograph, wenn sich bei der Recherche herausstellt, dass der gerühmte Held in Wirklichkeit ein grausamer Machtmensch war? 

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So passiert es dem Historiker Ethan, der 1000 v. Chr. und im Auftrag des weisen König Salomo einen lobpreisenden Bericht über dessen Vater, König David, schreiben soll. David wird als  Auserwählter Gottes und Heilsbringer Israels verehrt, doch je länger Ethan die alten Geschichten prüft und mit Zeitzeugen spricht, umso deutlicher stellt sich die Wahrheit heraus. Aber wie kann man diese ohne Gefahr in den Bericht hineinschreiben?

Stefan Heym (1913-2001) schrieb eine alttestamentarische Geschichte, die in Wirklichkeit eine Abrechnung mit der Stalin-Verherrlichung des Sozialismus war.

Doch ist «Der König David Bericht» (erschienen 1973) mehr als ein Buch seiner Zeit, das Machtmissbrauch durch Regierende, öffentliche Heuchelei durch Intellektuelle und die Unterdrückung kritischer Stimmen behandelt. Es ist eine zeitlose Parabel über die (inneren) Kämpfe all jener, die die Wahrheit kennen, aber nicht wissen, ob sie sie aussprechen können. Oder sollen. Oder wollen. Denn zu oft hängt das eigene, persönliche Wohlbefinden davon ab. Oder wie es im Buch heisst: «Lohnt es, sich in einer Welt voller Eunuchen als Mann zu verhalten?» 

Mit: Christian Redl (Ethan), Christoph Eichhorn (Salomo), Hilmar Thate (Benaja), Rolf Hoppe (Nathan), Michael König (Kanzler), Katharina Palm (Lilith), Marylu Poolman (Esther), Tilly Lauenstein (Michal), Peter Fricke (Amenhotep), Branko Samarowski (Mibsam), Hellmut Lange (Joab) sowie in weiteren Rollen: Andrea Solter, Jürgen Watzke, Bert Franzke, Jörg Lichtenstein, Axel Thielmann, Peter Ambros

Musik: Peter Zwetkoff - Hörspielfassung und Regie: Götz Frisch - Produktion: MDR/SWF 1995 - Dauer: 82'

Redaktion: Susanne Heising