«Die Geisterphotographie» von Carl Albert Loosli

1926 schloss C. A. Loosli das Manuskript für sein Buch «Die Schattmattbauern» ab, das als erster moderner Kriminalroman der Schweiz gilt und kürzlich neu verlegt wurde.

Bereits 20 Jahre zuvor hatte Loosli sich als Kenner der Kriminalliteratur ausgewiesen: 1908 schrieb er als Redaktor der «Berner Tagwacht» eine Einleitung zu Edgar Allan Poes Erzählung «Die Mordtaten in der Rue Morgue». Sie gilt heute als Prototyp der Detektivgeschichte und als Vorbild für Arthur Conan Doyles Erzählungen um den Detektiv Sherlock Holmes.

Loosli verteidigt die Holmes-Geschichten als vergnügliche Lektüre gegen den hochgestochenen Literaturbegriff der «teutschen Philologen und Professoren», kritisiert aber auch, dass es ihnen «an psychischer und materieller Wahrscheinlichkeit» mangle.

Noch im selben Jahr exemplifizierte er sein Urteil mit der zwischen Parodie und Paraphrase changierenden Detektivgeschichte «Die Geisterphotographie»: Der Detektiv Harlock Shelmes entlarvt mit seiner untrüglichen Beobachtungs- und Kombinationsgabe eine spiritistische Sensation und überführt den Betrüger.

Mit: Michael Wittenborn (Harlock Shelmes), Martin Engler (Doktor Lawson), Klaus Brömmelmeier (Leutnant Black), Judith Wipfler (Miss Webster) - Musik: Hans Koch - Hörspielfassung und Regie: Stephan Heilmann - Produktion: Schweizer Radio DRS, 2007

Redaktion: Stephan Heilmann