«Enten-Variationen» von David Mamet

Zwei alte Männer sitzen auf einer Bank im Park, am Ufer eines prächtigen Sees, in einer grossen Stadt. Sie unterhalten sich in vierzehn Variationen hauptsächlich über Enten. Sie haben die Welt der Aktivitäten bereits verlassen, und das Nichtstun liegt als eine unendliche Weite vor ihnen.

Ente
Bildlegende: Entenmässiger Tiefsinn, in 14 Variationen. Keystone

Eine Grenze zwischen Blödsinn und höherem Blödsinn gibt es nicht, und auch der Tiefsinn artikuliert sich «entenmässig» – man endet lediglich bei Vögeln im Allgemeinen und schliesslich bei den alten Griechen. Was sich im Stück bewegt, ist die Beziehung zweier Männer, die in der skurrilen Verspieltheit des Sprechaktes Fährten legen und wieder verdecken. Man kann es auch als dialogisches Gedicht in vierzehn Strophen auffassen. Matthias von Spallarts kongeniale Inszenierung zeichnet sich auch durch grosse Sparsamkeit und Präzision aus.

Mit: André Jung (Zwischenansagen), Hans Helmut Dickow (alter Mann), Walter Kiesler (alter Mann)

Aus dem Amerikanischen von Hans Hausmann - Tontechnik: Aldo Gardini; Schnitt: Vreny Palm-Rupp - Regie: Matthias von Spallart - Produktion: SRF 1979 - Dauer: 36'

David Mamet, 1947 in Chicago geboren, gehört zu den wichtigsten amerikanischen Film- und Theaterautoren. Er ist auch als Filmregisseur, Produzent, Dichter und Schriftsteller tätig, dessen Stil häufig mit dem von Harold Pinter verglichen wird. Zu seinen bekanntesten Drehbüchern gehören «The Postman Always Rings Twice» (1981) und «Hannibal» (2001). 1984 erhielt er den Pulitzer-Preis für das Drama «Glengarry Glen Ross» (1992 verfilmt von James Foley), 1988 eine Oscar-Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch für «The Verdict» und 1989 für das beste adaptierte Drehbuch für «Wag the Dog».

Matthias von Spallart, 1944 in Klagenfurt geboren, floh noch im selben Jahr mit seinen Eltern, der Schauspielerin Milena von Eckhardt und dem Schauspieler Johannes von Spallart, vor dem Zweiten Weltkrieg in die Schweiz. Nach einem Studium der Malerei und Grafik an der Kunstgewerbeschule Basel und einer Ausbildung am «Bühnenstudio Zürich» war er als Schauspieler tätig, u.a. an der Komödie Basel. Er absolvierte eine Film- und Fernsehausbildung an der London School of Film Technique. Ab 1975 arbeitete er bei Schweizer Radio SRF als Hörspielregisseur und weitete sein Tätigkeitsgebiet auch auf das Feature aus. Vor Fertigstellung seines Brasil-Features starb er 1981.

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Redaktion: Claude Pierre Salmony