«Glüht ein Stern in alter Haut» von Holger Siemann

Victoria ist Opernsängerin. Sie ist schon sehr alt. In ihrem Kopf geht es manchmal drunter und drüber. Manchmal bemerkt sie die Verwirrung, meist aber nicht. Und darunter leidet ihr glühender Verehrer Dorian, emeritierter Professor für Musikgeschichte. Die beiden bewohnen als letzte ein Abbruchhaus.

Marie-Thérèse Escribano, Wolfram Berger
Bildlegende: Marie-Thérèse Escribano, Wolfram Berger SRF

Draussen wütet ein Schneesturm, der Strom fällt aus, es ist finstere Nacht. Da irrt sich Dorian beim Heimkommen im Stockwerk und versucht, Victorias Wohnung aufzuschliessen. Der Schlüssel bricht ab, das Telefon für den Schlüsseldienst ist unauffindbar. Dorian sucht und findet das Meissener Porzellan in der Kommode. Das war Victorias Gage bei einem ihrer vielen Gastspiele. Eine Erinnerungsreise durch rauschende Erfolge, Interviews, Ehemänner, Kinder, die Sehnsucht nach Weite und Licht beginnt. Was haben die Zwei wirklich erlebt, was ist pure Erfindung? Gemeinsam wehren sie sich gegen das Schwinden der Kräfte.

Mit: Marie-Thérèse Escribano (Victoria), Wolfram Berger (Dorian)

Musik: Jürg Kienberger - Regie: Margret Nonhoff - Produktion: SRF 2015 - Dauer: 50'

Holger Siemann, 1962 in Leipzig geboren, studierte Philosophie in Berlin. Er war Offizier, Schauspieler, Sozialwissenschaftler und Familienhelfer. Seit 2001 arbeitet er als freier Autor u.a. zahlreicher Hörspiele, Feature und Libretti. 2006 und 2008 erschienen die ersten beiden Romane bei C. Bertelsmann. Holger Siemann lebt in Berlin und als «schreibender Bauer» in der Uckermark. Zurzeit arbeitet er an einem neuen Roman.

Jürg Kienberger (1958) ist Musiker, Theater-Schauspieler, Sänger, Kabarettist. Er arbeitet seit 1984 meist freischaffend an verschiedenen Theaterhäusern u.a. in Zürich, Basel, Berlin und Hamburg. Zusammen mit Christoph Marthaler erarbeitet er an die 30 Theater- und Opernabende an den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, an der Pariser Oper, in Avignon und Grönland. Jürg Kienberger wurde mit dem «Salzburger Ehrenstier 2011» und dem «Schweizer Kleinkunstpreis 2014» ausgezeichnet.

Redaktion: Margret Nonhoff