«Nur kurze Zeit noch - Zwischen Theogonie und Mythos Apokalypse» Hörstück von Peter Kaizar

Ein lustvolles, musikalisches Spiel mit dem Schöpfungsmythos. Ein grandioser Soundtrack zum Weltuntergang. Dargeboten von Musikern aus aller Herren Länder.

Die Offenbarung des Johannes steht in der Tradition der jüdischen Apokalyptik, wie sie durch das Buch Daniel geprägt worden war, und ist der einzige genuin prophetische Text, der für das Christentum Bedeutung erlangt hat. Das auf der Insel Patmos vor Ephesus ca. 95 n. Chr. entstandene Sendschreiben an die sieben christlichen Gemeinden in Kleinasien, eine Weissagung gegen das römische Imperium und den Kaiserkult, bedient sich universeller Bilder und Chiffren. Die Zahl Sieben steht in der jüdisch-christlichen Tradition für Ganzheit und Vollkommenheit, d.h. gemeint und adressiert war die ganze Welt.

Dementsprechend sind KomponistInnen und MusikerInnen aus verschiedenen Ländern, Kontinenten, Kulturen und Religionen eingeladen, einzelne Abschnitte der Offenbarung zu vertonen. Die Zahlensymbolik wird in die Kompositionen einbezogen. Ausgehend von den Zahlen 3, 4 und 7, die in der Apokalypse besondere Bedeutung haben, werden rhythmische, melodische und harmonische Räume geschaffen.

Der Mythos erzählt vom Ende her. Der Ablauf ist nicht umkehrbar, es gibt kein Entrinnen. Der Mythos folgt der Zeit. Schon die Genesis definiert die Zeit. Sieben Tage braucht die Schöpfung, sieben Trompeten künden vom Ende. Das eine birgt das andere. Sieben ist die Zahl.

Ein musikalisches Hörstück mit Textausschnitten aus:
«Theogonie» von Hesiod (Übersetzung: Herbert Kaizar)
«Offenbarung des Johannes» (Übersetzung: Martin Luther)
«Im Fischteich Vogel sein» von Peter Kaizar

Mit den Stimmen von: Vera Borek, Pippa Galli, Brigitte Karner, Peter Simonischek, Joanna Lewis, Patrice Heral, sowie Bewohnern von Montpellier und Passanten am Bahnhof Zoo, Berlin

Musik von und mit: Joao de Bruco, Anton Burger, Georg Graf, Patrice Heral, Peter Kaizar, Koehne Quartett, Otto Lechner, Joanna Lewis, Helmut Scherner, Akemi Takeya, Achim Tang, Dhafer Youssef

Konzeption: Peter Kaizar und Brita Kettner - Montage und Mischung: Astrid Drechsler - Regie: Peter Kaizar - Produktion: Autorenproduktion im Auftrag des ORF 2017 - Dauer: 55'

Peter Kaizar, geboren 1952 in Wien, ist ein österreichischer Komponist und Hörspielmacher.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Mark Ginzler