«Oblomov» von Iwan Gontscharow (1/3)

Der adelige Gutsbesitzer Oblomov sieht sich als Überbleibsel der feudalen Gesellschaftsklasse im «neuen» Russland des späten 19. Jahrhunderts zu lebensfremder Wirkungslosigkeit verurteilt, die sich in untätiger Trägheit und Entscheidungsunfähigkeit äussert.

Passiv und ohne jeden Antrieb verbringt Oblomov die meiste Zeit des Tages im Bett und schafft es nicht, einen Weg in das aktive Leben zu finden. Als er Olga kennen lernt, die ihn aus seiner Lethargie erlösen möchte, und sie sich ineinander verlieben, schöpft er neuen Lebensmut.

Doch schon bald verfällt Oblomov wieder in seine alte Trägheit. Olga muss ihr Scheitern erkennen und heiratet den rastlosen Geschäftsmann Stolz, Freund und Gegenpol Oblomovs.

Nach Gontscharows Oblomov wurde das russische Wort «Oblomovscina» («Oblomoverei») abgeleitet als Begriff für gelangweilten Müssiggang, für Nichtstun, «Null Bock». Oblomov und seine Lebenshaltung wurden zu einem Topos der Weltliteratur.

Mit Otto Sanders (Erzähler), Axel Milberg (Oblomov), Irina Wanka (Olga), Rudolf Wessely (Sachar), Sebastian Blomberg (Stolz), u. a.

Hörspielfassung: Helmut Peschina - Musik: Henrik Albrecht - Regie: Leonhard Koppelmann - Produktion: WDR 2003 - Dauer: 54'09"

Redaktion: Stephan Heilmann