«Pushin' too hard» von Axel Koch 1/2

Garage Punk ist mehr als nur irgendein Musikstil. Garage Punk ist eine Religion. Besonders wenn man im hinterletzten Kaff in der bayerischen Provinz lebt, Ärger mit den Eltern hat und Mädchen eigentlich nur vom Hörensagen kennt. Solange die Musik stimmt, ist noch nicht alles verloren.

Punks auf einer Mauer.
Bildlegende: Bayrische Punks auf der Mauer der Peterskirche in München. IMAGO

Wer als Garage Punker in der Provinz überleben will, kann sich keine Schwächen erlauben. Und das heisst: Er muss die Stellung halten, Abend für Abend vor dem italienischen Imbiss an der Hauptstraße und zwar in voller Montur Pilzkopf und Chelseaboots. Und sich dabei von den Spiessern anstarren lassen und zurückstarren. Denn ein Garage Punker hat eine Mission: Er huldigt dem wahren Sound.

Dafür mischt er Partys auf, zu denen er gar nicht eingeladen ist, bekehrt die Unwissenden, riskiert Prügel und zeigt sich extrem unbeeindruckt von allem. Von fast allem. Denn immerhin gibt es da ein Mädchen mit Perlmuttlippen und in Sixties-Klamotten, das einen völlig durcheinanderbringen kann. Und das, obwohl es für einen Garage Punker nur eine Sorte Mensch gibt, die schlimmer ist als Spiesser, und das sind: Pärchen.

Regie: Iris Drögekamp - Produktion: SWR 2007 - Dauer Teil 1: 30', Teil 2: 28'

Axel Koch, geboren 1969 in Husum, hat Japanologie und Philosophie studiert und sich nach Abschluss des Studiums und eines zweijährigen Aufenthalts in Japan, in München niedergelassen. Er arbeitet als freier Autor und Musiker. Als Sänger, Gitarrist und Songwriter spielt er mit den Bands «The Royal Flares» (60ties Garage Punk), «Der Englische Garten» (Gitarren-Pop) und «Oktober Folk Club» (Skiffle, Folk, Jug Band Music).

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Redaktion: Johannes Mayr