«Zugzwang» von David Zane Mairowitz

Der Amerikaner Bobby Fischer wurde 1972 Schachweltmeister - ein Held des Kalten Krieges. Doch der Junge aus ärmlichen Verhältnissen, der über Nacht zum Weltstar des Schachs wurde, führte ein Leben zwischen Paranoia und Triumph.

Der 15 Jahre alte Bobby Fischer spielt Schach gegen den Russen Tigran Petrosian 1958.
Bildlegende: Der Amerikaner Bobby Fischer wurde 1972 Schachweltmeister - ein Held des Kalten Krieges. Keystone

Das Schachspiel ist seit alters ein Spiel der Könige, der Mächtigen: ein symbolischer Kampf um die Herrschaft. Dabei geht es nicht nur um Sieg oder Niederlage am Ende des Spiels, es geht auch um die Strategie dorthin, um Taktik, List und Tücke. Die psychologische Kriegsführung ist genauso wichtig wie weitsichtige Planung. Psychologische Kriegsführung und raffinierte Strategie waren die zentralen Elemente bei der ungewöhnlichsten Schachpartie aller Zeiten, als sich Bobby Fischer und Boris Spasski am 11. Juli 1972 in Reykjavik gegenübersassen.

Es war ein Show-Kampf um die Vorherrschaft im Kalten Krieg. David Zane Mairowitz hat dieses historische Schachspiel zum Vorbild seiner subtilen Recherche nach den Voraussetzungen und Folgen des «Zugzwangs» in Zeiten des Kalten Krieges gemacht, in dem der Getriebene zum Antreiber wird, der Zugzwang das Geschehen bestimmt.

Mit: André Jung (Buddy Nagler), Leslie Malton (Rachel/Shelley), Linda Olsansky (Snezana), Hans-Peter Hallwachs (Bogdan Bogdanovitch), Jürgen Uter (Sprecher), Uli Plessmann (Skandinavischer Matchveranstalter), Benjamin Utzerath, Savvatoula Savvidou und Nadja Kruse (Journalisten), Kelly Darboven (Mädchen), Jacob Höppner (Junge)

Regie: David Zane Mairowitz - Produktion: NDR/SWR 2006 - Dauer: 50'

Redaktion: Susanne Janson