Glühende Emphase: Lisa Batiashvili in der Zürcher Tonhalle

Die georgische Geigerin war 1995 selbst Preisträgerin des Sibelius-Wettbewerbs in Helsinki. Diese Saison ist sie gleich mehrmals zu Gast in der Zürcher Tonhalle, als Artist in Residence.

Eine Frau im dunklen Kleid mit Geige unter dem Arm.
Bildlegende: Lisa Batiashvili – zu Gast in der Tonhalle Zürich. Wikimedia/Mat Hennek

Kaum hörbar setzt die Solovioline ein über dem Streichertremolo - und Lisa Batiasvili spannt den Bogen schon weit am Anfang des Sibelius-Konzerts. Glühende Emphase erfüllt den grossen Tonhalle-Saal, wenn sie ihrem Instrument die die Klänge entlockt, die der grosse Finne, selber ein respektabler Geiger, dafür komponiert hat. Und das Tonhalle Orchester lässt sich gerne anstecken von ihrer Leidenschaft und souveränen Interpretation.

Als Vorbereitung auf das Meisterwerk setzt Chefdirigent Lionel Bringuier mit dem Tonhalle Orchester das erste erhaltene Orchesterstück von Maurice Ravel ein - die Sheherazade-Ouvertüre aus dem Jahr 1898, die zu Ravels Zeiten unveröffentlicht blieb. Sie so merkten schon zeitgenössische Kritiker an, stark von der russischen Musik eines Rimski Korssakov oder Stravinsky beeinflusst. Die zweite Sinfonie von Johannes Brahms rundet das romantische Programm in der Zürcher Tonhalle ab.

Maurice Ravel: Schéhérazade. Ouverture de Féerie
Jean Sibelius: Violinkonzert d-Moll op. 47
Sulchan Zinzadse: Lale (Miniaturen, 2012), für Violine und Streicher (Zugabe)
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Tonhalleorchester Zürich
Lionel Bringuier; Leitung
Lisa Batiashvili, Violine

Konzert vom 31. Oktober 2015, Tonhalle Zürich

Erstausstrahlung: 17.12.15

Redaktion: Patricia Moreno