22 Jahre Diktatur in Gambia - und nun?

  • Samstag, 27. Januar 2018, 9:08 Uhr
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    • Samstag, 27. Januar 2018, 9:08 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
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Bespitzelungen, Folter, Mord – mit diesen Methoden hielt sich Yahya Jammeh, der Präsident des westafrikanischen Landes, 22 Jahre an der Macht. Im Dezember 2016 wählten die Gambier ihren Diktator überraschend ab. Jetzt muss die neue Regierung den bankrotten Staat wieder auf Vordermann bringen.

Hassan Bubacar Jallow, der erfahrene Jurist ist international anerkannter Experte für Kriegsverbrechen. Er soll im Neuen Gambia  für Recht und Gerechtigkeit  sorgen.
Bildlegende: Hassan Bubacar Jallow, der erfahrene Jurist ist international anerkannter Experte für Kriegsverbrechen. Er soll im Neuen Gambia für Recht und Gerechtigkeit sorgen. Monika Oettli. SRF

Die Wirtschaft ist am Boden, die Staatskasse geplündert – und Diktator Jammeh hat Gambia auch politisch und gesellschaftlich zugrunde gerichtet. Mit einem umfassenden Sicherheitsapparat liess er die Bevölkerung bespitzeln und verfolgen. Es gibt keine Statistik darüber, wieviele Menschen von Jammehs Schergen beiseite geräumt und ermordet wurden. Wer konnte, verliess denn das Land: Journalisten, Kulturschaffende, Oppositionspolitikerinnen, Juristen.

Unter der neuen Regierung von Adama Barrow weht nun ein neuer Wind: Jammehs Kritiker sind zurückgekehrt, es herrscht Rede- und Pressefreiheit, und auch Kritik an der neuen Regierung ist erlaubt. Das ist schon viel. Doch die wirklich grossen Erfolge lassen noch auf sich warten: die Sanierung der Wirtschaft, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Landwirtschaft, des Bildungsapparates und des Gesundheitswesens. Offen ist auch noch, wie die Opfer des Diktators entschädigt werden. Das ist viel Arbeit für die neue Regierung. Allerdings: Sie ist noch nicht einmal ein Jahr im Amt!

Autor/in: Monika Oettli, Redaktion: Martin Durrer