Russen in Lettland: Die Zukunft liegt nicht in der Vergangenheit

  • Samstag, 9. April 2016, 9:08 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Samstag, 9. April 2016, 9:08 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Samstag, 9. April 2016, 11:33 Uhr, Radio SRF 4 News
    • Samstag, 9. April 2016, 23:03 Uhr, Radio SRF 4 News
    • Sonntag, 10. April 2016, 1:33 Uhr, Radio SRF 4 News
    • Sonntag, 10. April 2016, 5:33 Uhr, Radio SRF 4 News
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    • Sonntag, 10. April 2016, 20:33 Uhr, Radio SRF 4 News

In Lettland lebt die grösste russischsprachige Minderheit im Baltikum. Das Land war früher eine sowjetische Republik. Russen wurden ins Baltikum umgesiedelt und trieben dort die Industrialisierung voran. Das kleine Lettland wurde russifiziert.

Das Eisenbahnwerk in der ostlettischen Stadt  Daugavpils. Zu Sowjetzeiten haben im Lokomotioven-Kombinat 10'000 Menschen hier gearbeitet, heute sind es noch knapp 500. Die Aufträge sind fast um die Hälfte eingebrochen, seit Russlands Wirtschaft in der Krise steckt. Das ist auch eine Folge der Sanktionen, die die EU wegen Russlands Annexion der Krim verhängt hat.
Bildlegende: Das Eisenbahnwerk in der ostlettischen Stadt Daugavpils. Zu Sowjetzeiten haben im Lokomotioven-Kombinat 10'000 Menschen hier gearbeitet, heute sind es noch knapp 500. Die Aufträge sind fast um die Hälfte eingebrochen, seit Russlands Wirtschaft in der Krise steckt. Das ist auch eine Folge der Sanktionen, die die EU wegen Russlands Annexion der Krim verhängt hat. SRF. Brigitte Zingg

So sprach man in Lettland russisch und erst seit dem Zusammenbruch der Sowjet Union ist lettisch wieder Landessprache.

Das Zusammenleben der beiden Volksgruppen und der beiden Kulturen ist vor diesem Hintergrund nicht ohne Probleme. Die Letten wollen den Russen nicht zu viel Raum geben, die Russen fühlen sich oft diskriminiert. Auch die Wirtschaftskrise trifft die Russen oft härter als die Letten. Aber offene Konflikte oder Gewalt gibt es nicht. Und Sowjetromantiker sind eher selten. Das zeigt ein Besuch in der lettisch-russischen Grenzregion. Man sucht ein gutes Einvernehmen mit Moskau, aber die Anziehungskraft des europäischen Westens ist stärker.

Autor/in: Brigitte Zingg, Redaktion: Martin Durrer