Regula Portillo: Andersland

Schicksalsschläge, verdrängte Familiengeheimnisse, Lebenslügen – die Schweizer Autorin Regula Portillo erzählt in ihrem zweiten Roman «Andersland» die Geschichte einer entwurzelten Frau, die um ihre Identität kämpft.

Foto einer jungen Frau mit blonden Haaren, die in die Kamera blickt
Bildlegende: Ayse Yavas

Nach «Schwirrflug», Regula Portillos Debütroman, leuchtet auch «Andersland» das Innenleben einer Familie aus: Die Hauptfigur Matilda wird nach dem frühen Tod ihres alleinerziehenden Vaters von der Schweiz nach Mexico gebracht, wo sie bei ihrer Mutter in einer ihr völlig fremden Kultur aufwächst.

Gerne wäre Matilda bei ihrem Onkel geblieben. Aber die Behörden verbieten dies. Der Onkel ist schwul.

Obwohl die Verbindung zur alten Heimat völlig abbricht, bleibt in Matilda die Erinnerung an früher immer wach. Und verursacht seelischen Schmerz. Als Matilda eine junge Frau ist, versucht sie ihre verschütteten Wurzeln wiederzufinden.

Felix Münger unterhält sich mit Regula Portillo über «Andersland», das sowohl als Familienroman als auch als eine psychologische Studie über die fatale Wirkung von familiären Tabus gelesen werden kann. Zudem ist das Buch ein Zwischenruf in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte über die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen.

Buchhinweis:
Regula Portillo. Andersland. edition bücherlese, 2020.

Autor/in: Felix Münger