Alzheimer-Demenz: Erkennen und reagieren?

Gesundheit

Rund 110‘000 Menschen leiden in der Schweiz an Demenz. Es gibt verschiedene Formen der Erkrankung, Alzheimer ist mir gut 50 Prozent die häufigste. Alzheimer ist eine typische Alterserkrankung, die meistens erst nach dem 65. Lebensjahr auftritt.

Der Alltag mit Alzheimer-Patienten erfordert viel Geduld von den Angehörigen.
Bildlegende: Der Alltag mit Alzheimer-Patienten erfordert viel Geduld von den Angehörigen. colourbox.com

Der Begriff Demenz kommt aus dem lateinischen Dementia, was so viel bedeutet wie ohne Geist oder abnehmender Verstand. Man unterscheidet zwischen Alzheimer-Demenz, Vaskulärer Demenz und Sekundärer Demenz. Die Vaskuläre Demenz ist die Folge einer Durchblutungsstörung, die sekundäre Demenz wird durch Erkrankungen im Stoffwechsel, der Schilddrüse oder aufgrund einer Infektionskrankheit ausgelöst. Bei der Alzheimer-Demenz lagern sich Eiweiss-Moleküle in den Zellen.

Drei Stadien des Abbaus

Im Anfangsstadium sind erste geistige Defizite erkennbar. Betroffene werden vergesslich, vor allem bei Dingen, die noch nicht lange zurückliegen. Es entstehen Orientierungsschwierigkeiten und Verwirrung. Starke Stimmungsschwankungen und Depressionen können die Folge sein..

In der zweiten Phase und mit dem Verlust der geistigen Fähigkeiten wird das Erledigen alltäglicher Aufgaben bereits schwierig. Die Selbständigkeit lässt nach. Es kommt zu Störungen bei Haushaltsaufgaben oder beim Ankleiden, eventuell wird die Hygiene vernachlässigt. Die Vergesslichkeit steigt, die Desorientierung wird grösser. Es kann zu Sprach- und Erkennungsstörungen kommen.

Im dritten Stadium kommt es zu einem Verlust der Alltagskompetenz, die Patienten sind vollkommen von Hilfe abhängig. Das Gedächtnis zerfällt, auch das Langzeitgedächtnis ist nun betroffen. Die Kranken nehmen sich selbst und ihre Umgebung kaum noch wahr. Auch organische Funktionen sind zunehmend beeinträchtigt: Die Kontrolle über die Darm- und Blasentätigkeit versagt, der Tag-Nacht-Rhythmus ist gestört, es kann ausserdem zu Muskelzuckungen, Schluckstörungen oder Krampfanfällen kommen.

Expertin im Beitrag

Heike Gieche
Schweizerische Alzheimervereinigung
Rue des Pêcheurs 8E
1400 Yverdons-les-Bains

 

 

Redaktion: Lilo Wicki/Christine Schulthess