France Gall «verursachte» einen Welthit

Musik & Geschichten

Isabelle Geneviève Marie Anne Gall lautet der vollständige Name von France Gall. Die 1947 in Paris geborene französische Sängerin starb am 7. Januar 2018 in Neuilly-sur-Seine. Musikredaktor Thomas Wild erzählt, weshalb wir den Welthit «My Way» France Gall zu verdanken haben.

Schwarz-Weiss-Fotografie von einer jungen Sängerin mit Pagenfrisur.
Bildlegende: France Gall (1947-2018) gewinnt 1965 den Eurovision Song Contest mit dem Lied «Poupée de Cire, Poupée de Son». Keystone

Nach einer erfolgreichen Gesangs-Karriere in Frankreich lebte France Gall von 1966 bis 1972 in Deutschland und konnte mit deutsch gesungenen Liedern einige grosse Erfolge feiern. «Ein bisschen Goethe, ein bisschen Bonaparte» wurde 1972 zu ihrem grössten deutschsprachigen Hit.

Verpasste Jugendjahre

Die Zeit ihrer Karriere in Deutschland sei nicht ihre schönste Zeit gewesen, meinte France Gall einmal rückblickend auf ihr Leben. Wegen der ständigen Auftritte und ihrer grossen Bekanntheit habe sie keine normale Jugend verbringen können.

1988 feierte France Gall mit «Ella, elle l'a» nach über 15 Jahren Funkstille ihren grössten Hit in Deutschland.

Aus Liebeskummer entsteht ein Welthit

Der Welthit «My Way» ist der gescheiterten Beziehung von France Gall mit Chansonnier Claude François zu verdanken. Claude François schrieb Ende 1966 zunächst eine Ballade mit dem englischen Titel «For You», um die Trennung von France Gall musikalisch zu verarbeiten.

Zusammen mit Komponist Jaques Revaux und Texter Gilles Thibault entstand daraus 1967 das Lied «Comme d'habitude», das später als «My Way» durch Frank Sinatra Welterfolg erlangte.

Moderation: Joël Gilgen, Redaktion: Thomas Wild