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Die Schweiz im 2. Weltkrieg Albaner retten Juden vor dem Holocaust

Warum riskierten muslimische Albaner ihr Leben und versteckten Juden bei sich zuhause? War es Menschlichkeit? Mitleid? Gastfreundschaft? «Besa» heisst der Ehrenkodex, nach dem die Albaner handelten. Er benennt ein Versprechen: «Wenn ich dir sage, du bist in Sicherheit, dann bist du in Sicherheit!»

Eshref Shpuza fotografiert von Norman Gershman
Legende: «Besa ist in der ganzen Nation Albanien eine Tradition. Die Frage, warum mein Vater getan hat, was er für diese jüdische Familien getan hat, ist sonderbar.» – Eshref Shpuza. Fotograf: Norman Gershman

Nachdem Hitler 1933 die Macht in Deutschland übernommen hatte, flüchteten viele Juden in das kleine, bergige Albanien. Dort trafen die Flüchtlinge auf die bedingungslose Solidarität der albanischen Bevölkerung, unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit. Dies zeigte sich 1943 umso mehr, als die deutsche Wehrmacht Albanien besetzte und verlangte, dass ihnen die Juden ausgeliefert werden. Nebst der Bevölkerung half auch der Innenminister dabei, Juden bei Familien, auf Bauernhöfen oder in Spitälern zu verstecken.

Johanna Neumann war eine unter vielen, die damals bei einer albanischen Familie untertauchen konnte. Ihre Geschichte erzählte sie einer St.Galler Schulklasse im Rahmen der Ausstellung «Besa – Ein Ehrenkodex». Die Schülerinnen und Schüler hörten der Zeitzeugin mit Anteilnahme zu und stellten ihr im Anschluss persönliche Fragen. Die Ausstellung wurde zu Ehren der albanischen Helfer ins Leben gerufen. Der Fotograf Norman H. Gershman hat die Retter oder deren Nachkommen portraitiert.

Didaktische Hinweise

Dieser Beitrag ergänzt und vertieft die Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Grundkenntnisse über den Zweiten Weltkrieg sind für diese Unterrichtseinheit Voraussetzung. Nebst der Aufklärung über Albaniens Rolle im Zweiten Weltkrieg, stehen auch die Werthaltung und das Selbstverständnis der albanischen Nation im Vordergrund.

Die Schülerinnen und Schüler werden eingeladen, über Handlungsspielräume nachzudenken und sich darüber auszutauschen. Dass die Religionszugehörigkeit eines Menschen nicht zwangsläufig ein spezifisches Handeln bedingt, kann durch eine weiterführende Diskussion erarbeitet werden.

2 Kommentare

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  • Kommentar von for.the.truth, prishtine
    Ich hasse es wie es immer mit "MUSLIMISCHE Albaner" anfängt. Albaner sind nicht Muslime. Albaner sind Albaner, katholisch, orthodox und die haben drei verschiedene islamische Sekte. BESA hat auch nichts, absolut nichts mit Islam zu tun, es hat mit Albanern zu tun, denen Religion nie wichtig war. Mindisents nicht bis letzte Jahre, wenn die von Serbien bezahlte Propaganda hier anfing.
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    1. Antwort von SRF mySchool
      Danke für Ihren Hinweis. Unabhängig der Religionszugehörigkeit haben die Albaner geschlossen gehandelt und Juden während des Zweiten Weltkrieges bei sich aufgenommen. In den Filmbeiträgen betont Johanna Neumann dieses vereinte Handeln und erklärt «Besa» zu einem gesamt-albanischen Phänomen.
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