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Geschichte, Geografie Die Überfremdungsdebatte der 1970er-Jahre

Seit Jahrzehnten bewegt die Angst vor der «Überfremdung» das Land. 1970 wird die Schwarzenbach-Initiative eingereicht und tritt eine Diskussion über die schweizerische Identität los, die bis heute andauert.

Der Begriff der «ausländischen Überbevölkerung» oder der «Überfremdung» dominiert die politische Debatte in der Schweiz ab Ende der 1960-er Jahre während knapp eines Jahrzehnts. Wird die Bezeichnung zuerst von der Bundesverwaltung benutzt, so nehmen ihn einige Volkstribune später wieder auf, um wirtschaftliche und soziale Ängste jener Teile der Bevölkerung zu schüren, die Abseits des Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit stehen.

Hinter dem Begriff der «Überfremdung» ruht die Auffassung, dass die massive Aufbietung von Fremdarbeitern in die Schweiz eine ernsthafte Gefahr darstelle für die «schweizerische Identität», sie entstelle, verschlechtere, ja sogar zerstöre.

Chronik

Prägendes politisches Thema

Schlägerei
Legende: Handfeste Auseinandersetzungen Die Schwarzenbach-Initiative führte zu emotionalen - und manchmal auch gewaltsamen - Auseinandersetzungen. Keystone

1961 wird in Zürich die im Wesentlichen gegen italienische Einwanderer gerichtete «Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat» gegründet. Diese fremdenfeindliche Bewegung erfährt ihren ersten Höhepunkt 1970 mit der Einreichung einer Volksinitiative, die eine Beschränkung des Ausländeranteils auf 10 Prozent der Gesamtbevölkerung fordert. Die «Initiative Schwarzenbach» trägt den Namen ihres Urhebers, Nationalrat James Schwarzenbach.

Von 54 Prozent der Stimmenden knapp verworfen, löst die Initiative eine breit geführte Debatte aus und verschafft der «Nationalen Aktion» Bekanntheit im ganzen Land. Die Vorstellung einer «ausländischen Überbevölkerung» wird in die Bundespolitik aufgenommen und hält sich bis in unsere Tage.

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