PASSIV GIFTIGE TIERE

In tropischen Regionen können Fische und Krebse nach dem Verzehr zu Vergiftungen führen, in gemässigten Klimazonen Muscheln. Die Gifte stammen meist von Einzellern und Bakterien im Meeresplankton und werden über die Nahrungskette angereichert.

Tropische Rifffische können zu gewissen, vorhersagbaren Zeiten die sogenannte Ciguatera verursachen, welche weltweit jährlich bis zu 50 000 Patienten betrifft. Sie verläuft in der Regel nicht tödlich, kann aber chronisch den Patienten über ein Jahr lang mit verschiedenartigsten Beschwerden zusetzen.

Verschiedene Formen der Muschelvergiftungen können durch lähmende Nervengifte in seltenen Fällen tödlich enden.

Kugelfische bilden eines der stärksten Nervengifte aus dem Tierreich in ihrer Haut und in inneren Organen. Im Japan der 60er Jahre betrug die Todesrate bei Patienten, die nach einer Kugelfischmahlzeit an Vergiftungssymptomen litten, um die 60 %!

Das dunkle Fleisch von Hochseefischen (z.B. Thunfische und Makrelen) kann giftig werden wenn es vom Fang bis zum Verzehr nicht sachgemäss gekühlt wurde.

Vorbeugende Massanahmen gegen Vergiftungen durch das Essen von Meerestieren

  • Giftig trotz kochen oder grillen. Hitze zerstört die Gifte der passiv giftigen Fische und anderer Meerestiere nicht.
  • Sich informieren. Sich in tropischen Riffgebieten darüber informieren, welche Meerestiere momentan gegessen werden können.
  • Keine Kugelfische und Verwandte Arten (Drückerfische, Feilenfische) essen.
  • Muscheln nur im Winter: Miesmuscheln in der gemässigten Klimazone nur während der kühlen Monate essen. Im Sommer können sie giftiges Plankton aufnehmen.

Erste Hilfe bei Vergiftungen nach dem Essen giftiger Meerestiere

  • Erbrechen auslösen: Möglichst viele Giftstoffe raschest möglich aus dem Körper entfernen.
  • Aktivkohle einnehmen. Kohle neutralisiert viele Gifte – auch im Verdauungstrakt
  • Transport in ärztliche Behandlung. Schnell ärztliche Behandlung aufsuchen.