«acht schtumpfo züri empfernt» von Dominic Oppliger, Folge 4

Ein junger Mann steht vor dem Bahnhof einer Weltstadt, «acht schtumpfo züri empfernt», und wartet auf seine Freundin, die er seit fünf Monaten nicht mehr gesehen hat.

Symbolbild
Bildlegende: Symbolbild Colourbox

Während er auf «traffi» (d Raffi, die Raffaela) wartet, gehen ihm die vergangenen Monate und Jahre durch den Kopf. Verliebtheiten, Peinlichkeiten, kleine Siege und Niederlagen. Zum Beispiel, wie ihn Sonja in ihren Musikkeller mitgenommen hat, wie sie ihm ein Lied mit endlos vielen Strophen vorgesungen hat, dabei hätte er so dringend aufs WC müssen - und wie er deshalb auf ungewöhnliche Art zu den ominösen violetten Hosen gekommen ist. Wie er dank «Modern Love» von David Bowie einmal mehr zum Tanzesel wurde, ausgerechnet am Frauentag. Wie er und Lena sich beim Baden näher kamen, dann aber doch nichts wurde mit ihnen beiden. Und wie er eben jetzt in der Stadt, die acht Stunden von Zürich entfernt liegt, vor dem Bahnhof sitzt und auf Raffi wartet.

Leute von heute

Es sind die Innensichten eines jungen Mannes in Zürich, der all die Fettnäpfchen in unserem komplizierten «social life» zu vermeiden sucht. Zwischen Jammern und Selbstbehauptung erzählt er von Erfolgen und vor allem Misserfolgen.

Lesung der ganzen Novelle

In der Schnabelweid-Sommerlesung liest der Schauspieler Aaron Hitz in vier Folgen die ganze Geschichte, bereichert um die elektronischen Klänge des Musikers Marcel Gschwend alias «Bit-Tuner». Eine witzige, freche, manchmal melancholische Reise durch die Erlebniswelt der «heutigen Jugend».

Buchtipp

  • Dominic Oppliger: «acht schtumpfo züri empfernt». Novelle. edition spoken script. Verlag Der gesunde Menschenversand, 2018.

Musiktipp

Redaktion: Buschi Luginbühl, Markus Gasser