Die Bibel redet nach dem Mund

Im Kanton Baselland schaut die Bibelgesellschaft auf eine jahrzehntelange Tradition von Bibelübersetzungen in Mundart zurück. Aus der «Frohbotschaft» ist «Der guet Bricht» geworden, neu auch mit dem Johannes-Evangelium.

Markus B. Christ (links) und Remigius Suter
Bildlegende: Markus B. Christ (links) und Remigius Suter SRF

Seit Luther weiss man, dass eine Bibel in der Volkssprache Berge versetzen kann. In der Schweiz bilden bekanntlich Dialekte unsere Umgangssprache; darum wurden im 20. Jahrhundert auch Bibelteile in Mundart übersetzt. «Mundart eignet sich besonders, weil die Bibel ja auch mündliche Sprache war», sagte Ruth Bietenhard, welche die Bibel in den 1980er-Jahren auf Berndeutsch übersetzte. Mit Schwerpunkt Baselland schaut die Schnabelweid auf Herausforderungen und Chancen solcher Übersetzungen.

Bedeutung übers Baselbiet hinaus

Kulturwissenschaftler Remigius Suter und Theologe Markus Christ sind Kenner und attraktive Vermittler der Thematik im Baselbiet und darüber hinaus.

Die Schnabelweid erklärt auch Wörter und Namen (Lei halte, Spilstrasse) und schliesst mit einem aktuellen Mundart-Tipp auf das Buch «Grüezi, Moin, Servus» über alltagssprachliche Unterschiede im deutschen Sprachraum.

Buchtipps:

Der Guet Bricht. S Johannes-Evangeelium und d Johannesbrief; Baselbieterdütsch. Mis Buech, Sissach, 2016.

Roland Kadan: Da David und sei Pantscherl. Altes Testament auf Wienerisch. Braumüller 2017.

Adrian Leemann, Stephan Elspaß, Robert Möller, Timo Grossenbacher: Grüezi, Moin, Servus! Wie wir wo sprechen. Rowohlt 2017.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Christian Schmutz