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In den USA findet man noch Überbleibsel von Schweizer Auswandererdialekten. Aber sie sind vom Aussterben bedroht.

In New Glarus werden die Schweizer Wurzeln zelebriert.
Bildlegende: In New Glarus werden die Schweizer Wurzeln zelebriert. Corey Coyle

Im 18. und 19. Jahrhundert wanderten tausende Menschen aus der Schweiz nach Amerika aus. Einige Auswanderergruppen mit derselben Herkunft gründeten Kolonien: Es entstanden Gründungen wie New Glarus im Staat Wisconsin oder Berne in Indiana.

Weil sich die Auswanderer vielerorts kaum mit der ansässigen Bevölkerung oder mit Neuankömmlingen durchmischten, entstanden dialektale Sprachinseln. Die Sprache der Auswanderer entwickelte sich kaum weiter, während sich die Dialekte in der Schweiz veränderten und anglichen. So blieben in einigen Auswanderergemeinden alte Dialektstufen erhalten.

Diese Auswandererdialekte sind nun aber akut bedroht. Die jüngeren Generationen sprechen oft nur noch Englisch, viele verstehen den alten Dialekt aber noch passiv. Das hat vor allem mit der Öffnung der Auswandererkolonien gegen aussen zu tun.

Die Schnabelweid berichtet in der Sendung aus Berne, Indiana, wo man noch ein altes Berndeutsch hört. Und die Linguistin Anita Auer von der Uni Lausanne erklärt die Merkmale von Auswandererdialekten und warum sie wohl bald verschwinden. Auer war kürzlich in New Glarus, um den dortigen Dialekt aufzunehmen und zu untersuchen.

Ausserdem in der Sendung: Der ehemalige Generalstabschef Heinz Häsler erzählt im Hörbuch «Uber ds Gross Wasser» Geschichten von Berner Auswanderern. Die Erzählungen beruhen auf historischen Grundlagen.

Hörbuch-Tipp: Heinz Häsler: Uber ds Gross Wasser. Weber-Verlag. 6 CDs.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: André Perler