Grenzgedichte aus dem Elsass

Edgar Zeidler setzt sich mit Herzblut für seine Muttersprache, das Elsässerdeutsche ein: als Dichter, Sprachwissenschaftler, Lehrer und Aktivist. Mit seinem neuen Gedichtband ist er zu Gast in der Schnabelweid.

Edgar Zeidler
Bildlegende: Edgar Zeidler SRF

Der Elsässer Edgar Zeidler ist ein Grenzgänger in mehrfacher Hinsicht: Er dichtet dreisprachig – auf Elsässerdeutsch, Französisch und Hochdeutsch, er pflegt Kontakte zu Dichtern und Dialektologen in Deutschland und Frankreich und er setzt sich in seinem neuen Gedichtband «Granzstein – Bornes – Grenzsteine» intensiv mit Grenzen und Grenzwertigem auseinander.

Ausserdem setzt sich Edgar Zeidler unaufhörlich für das Elsässerdeutsche ein. Er war federführend bei der Entwicklung einer einheitlichen elsässischen Dialektschrift, hat Dialektwanderwege im Elsass initiiert und schreibt regelmässig Sprachkolumnen in der Zeitung «LAlsace».

Gedichte über Sprache und über Terrorismus

Trotz dieses Engagements geht die Zahl Dialektsprechender im Elsass rasant zurück. 2013 gaben nur noch 12% der unter 30-Jährigen an, Dialektkenntnisse zu haben. Die grosse Mehrheit der Elsässerinnen und Elsässer spricht nur noch Französisch; der Dialekt droht bald zu verschwinden. In der Schnabelweid erzählt Edgar Zeidler, wie er mit diesem Rückgang und mit der fehlenden Akzeptanz der Zentralregierung in Paris umgeht.

Doch Edgar Zeidler beschäftigt sich bei weitem nicht nur mit Sprache. Im Buch «Granzstein – Bornes – Grenzsteine» finden sich auch etliche Gedichte, die sich mit Terrorismus und dessen Ursachen auseinandersetzen. Zeidler spricht in der Sendung darüber, wie er diese unfassbaren Ereignisse als Dichter verarbeitet.

«Du bisch doch es Fräulein zart.»

Ausserdem in der Sendung: Der Verein «Schweizerdeutsch» feiert sein 80-jähriges Bestehen. Wir fragen nach, wofür es so einen Verein braucht. Und: Woher kommen die Ausdrücke «Fräulein zart» und «Hüeberlig» und was bedeuten sie?

Buch-Tipp:
Edgar Zeidler: Granzstein – Bornes – Grenzsteine,
Drey-Verlag, 2017

Moderation: Regi Sager, Redaktion: André Perler